Wrap Up: 1. Lesequartal 2018

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Es ist also auch an der Zeit das Jahr Revue passieren zu lassen. Dabei zeige ich euch mein 2018 quartalsweise. Aber ich zeige euch nicht nur die Bücher, die ich gelesen habe, ich erzähle euch auch ein paar private Dinge, die mich das Jahr über bewegt haben. Ebenso küre ich die schönsten Cover und die besten Bücher, die es in diesem Jahr auf meinen Blog geschafft haben. Wir werden aber auch überprüfen inwiefern ich meine gesteckten Ziele erreicht habe und warum vielleicht auch das eine oder andere Ziel gescheitert ist. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!


Was ist im Januar 2018 passiert?

Boah hey, das Jahr 2017 war für mich eigentlich schon ziemlich cool. Ich konnte persönlich ziemlich viel erreichen (Zeitung / Radiointerviews) und die gesteckten Ziele (eigenes Buch/ Podcast) waren schon fast zu sehen. Doch am Ende von 2017 wurde ich noch ziemlich durchgerüttelt. Ich dachte, ich wäre endlich angekommen, aber ne! Ich wurde zwar schon im Dezember 2017 aus meiner alten Ausbildung entlassen, doch der richtige Tiefpunkt der Phase erreichte mich erst im Januar 2018. Eigentlich wollte ich in dieser Zeit zielstrebig zusammen mit dem Freien Deutschen Autorenverband einen Literaturpodcast aufnehmen, doch leider verließ mich zu der Zeit immer weiter die Kraft und auch die Lebenslust. An sich waren wir schon ziemlich weit, wir haben Rahmenbedingungen besprochen und ein paar Umfragen zu dem Thema mit anderen Bloggern durchgeführt. Doch leider hatte mich zu dem Zeitpunkt die Depression fest im Griff, sodass ich lieber den ganzen Tag nur im Bett lag. So hatte ich dann dieses Projekt selbstverschuldet an die Wand gefahren. Ebenso hatte ich mich mit meinem Schreibprojekt „Die Sucht!“ auch übernommen. Ich hatte zwar einen Plan, wie ich das Projekt umsetzen will, doch leider war schon im Januar absehbar, dass das nicht wirklich gelingen wird. Also hatte sich auch das Ziel  bereits am Anfang des Jahres erledigt. Ich würde sagen, dass das nicht gerade ein glorreicher Start in das Jahr 2018 war. Lediglich die Leselust ist bei mir geblieben, sodass ich im Januar für diesen Blog trotzdem 12 Bücher lesen konnte. Im nachhinein finde ich es schon ziemlich krass zu sehen, wie im Eimer ich mich gefühlt habe, aber wie produktiv ich dennoch gewesen bin. Denn auch Bloggen ist nicht ohne Arbeit zu meistern!

Was ist im Februar 2018 passiert?

Der Februar hatte mich wieder zurück auf den Boden der Tatsachen geholt. Angekommen beim absoluten Tiefpunkt hatte mich das Arbeitsamt in die AVIBA (Aktivierung und Vermittlung mit intensiver Betreuung) Maßnahme hinein gesteckt. Ok, ich hätte mich vielleicht auch selber um Bewerbungen und Zukunftsaussichten kümmern können, aber dazu hat mir einfach die Kraft gefehlt. Und so schlecht fand ich die Aktion vom Amt auch nicht. Das hat dafür gesorgt, dass ich wieder einen festen Tagesablauf hatte und mich beraten lassen konnte, was die Zukunft für mich noch zu bieten hat. Insgesamt war zwar jeder Tag stink langweilig, eintönig und zum Teil auch nutzlos, aber im Großen und Ganzen hatte es mir weitergeholfen. Langsam aber sicher konnte ich mich aus meinem Tief wieder heraus kämpfen. Durch diese festen 8 Stunden Tage musste meine Lesemotivation etwas darunter leiden, sodass ich in diesem Monat 8 Bücher lesen konnte.

 

Was ist im März 2018 passiert?

Der März stand dann ganz im Zeichen des Aufbruches. Die AVIBA-Maßnahme hatte ihren Erfolg. Gemeinsam hatten wir abgemacht, dass ich ab September 2018 mein Abitur an der FOS nachhole und bis dahin als Rettungsschwimmer im örtlichen Schwimmbad arbeite. Damit hatte ich plötzlich eine Alternative mit der ich mich echt gut anfreunden konnte. Gleichzeitig hatte ich damit auch einen Job gefunden, der mir ungeahnt viel Freude bereitet hat. So im Nachhinein hätte ich früher vielleicht eine Ausbildung zum Fachangestellten für Badebetriebe machen sollen. Ebenso hatte ich ab diesem Zeitpunkt wieder meine Lebensfreude, sowie meine Motivation für meine Blogziele entdeckt. Damit ich den „Neustart“ nicht wieder vermassel, habe ich mir für diese Zeit zwei Wochen Blogurlaub genommen. Und das war auch die richtige Entscheidung, denn in der Zeit konnte ich mich selbst bestens neu aufstellen. Vielleicht war es 2017 falsch gleich ein riesiges Buchprojekt zu planen und es unwissend umzusetzen. Daher hatte ich mich in diesem Monat entschieden ganz klein anzufangen. Da mein Blog zu diesem Zeitpunkt schon länger als 1 Jahr existierte, dachte ich mir, dass ich zuerst ein Ratgeber über Blogwerbung veröffentliche. Nichts großes, etwas sinnvolles kleines, um zu lernen wie eine E-Bookveröffentlichung funktioniert. Und das war auch der Moment, in dem ich Blut geleckt und gelernt habe, dass aufgeben keine Option ist. Leider konnte ich durch den Blogurlaub nur 4 Bücher lesen.


Die drei besten Cover aus dem 1. Quartal

Platz 3

51xCY-CXmxL._SX313_BO1,204,203,200_

Platz 2

9783865521866

Platz 1

915lWAjfXpL

Wie seht ihr das? Seid ihr mit der Entscheidung einverstanden oder seht ihr ganz andere Cover auf dem Treppchen?


Die drei schönsten Geschichten aus dem 1. Quartal

Platz 3

9783359024781

Der Humor, und vor allem der gut inszenierte Schreibstil von Martin Guth zaubern mir von Seite zu Seite ein breites Grinsen ins Gesicht. Gepaart mit seinen ruinösen Spannungsbögen ergibt sich durchweg  ein unterhaltsamer Roman, der mich über Frauen und über das Singlesein nachdenken lässt!

Platz 2

62244144-00-00

 Für mich ist das Buch „Das böse Mädchen“ eine absolut empfehlenswerte Geschichte, die süchtig machen kann. Gerade für den Sommer ist das Buch für eindrucksvolle Nächte an der frischen Luft geeignet und ich werde es dann nochmal lesen!

Platz 1

51uoYJj852L._SX327_BO1,204,203,200_

„Herzschlag der Gewalt“ ist ein rasanter Thriller, der Emotional viel zu bieten hat. Von Wut, Hass bis Erleichterung ist bei mir alles dabei gewesen.


Abseits der Bücher

Neben diesen ganzen Bücher durfte ich in diesem Quartal auch zwei Autoren interviewen. Bern Roßbach und Matthias Söder haben sich jeweils für ein paar Fragen zur Verfügung gestellt. Ihr könnt hier jeweils einen kleinen Ausschnitt lesen und bei Interesse durch Klicken auf den Namen zu den ganzen Interviews gelangen:

Bern Roßbach

image (1)

  • Wie bist du auf die Idee gekommen Bücher zu schreiben und wie hast du dein erstes Buch finanziert?

Erst spät, denn ich hatte vorher bereits Fachliteratur veröffentlicht. Vor zehn Jahren schrieb ich dann zum ersten Mal Belletristik, den Roman Schattenwelten nach einer Reise in den Ruwenzi. Ich bin Verlagsautor bei Action Verlag, Bookspot Verlag und Feuerwerke Verlag, sowie Autor der Hamburger Fern-Hochschule.

  • Eckst du oft mit deiner Literatur an, da du dich ja doch mit zum Teil unkonventionellen und politischen Themen beschäftigst?

Ja, das kommt schon vor. Die Dinge sind manchmal komplexer als man sie auf den ersten
Blick einschätzt. In Schattenwelten wurden beim Erscheinen 2009 von mir bereits die
Flüchtlingsströme aus Afrika zum Thema. Jetzt ein Szenario, was uns gerade einholt. Am Ende des Romans scheitern die Werkzeuge des Teufels und es wächst die Erkenntnis, diese Ströme nicht stoppen zu können, wenn wir nicht lernen, unseren Reichtum mit den Armen der Welt zu teilen. Es gab da schon Kommentare zum Buch aus der rechten Ecke. In „Leben und Sterben in Juárez“ schrieb ich über die Stadt Ciudad Juárez, ein fürchterlicher Moloch und die Welthauptstadt der Frauenmorde. Das die USA dieses Thema grade polemisiert, kommt nicht von ungefähr. Ich sehe in Juárez eine Zeitmaschine, die uns einen Einblick in die Städte gewährt, die in 20 -30 Jahren zu den Verlierern der Globalisierung zählen. Im Jesus Experiment passt sicherlich nicht jedem meine Einstellung zur Kirche und die Sezierung der Person Jesus im zweiten Teil des Buchs.

  • Wie überwindest du Schreibblockaden?

Manchmal habe ich das auch, ich schreibe dann gar nicht, da ich ja auch noch einen
Hauptberuf habe. Es hilft mir dann einige Arbeiten am Manuskript vorzunehmen, die nicht die Story weitertreiben. Stil, Dialoge, Erzählperspektive zu überprüfen…. Wenn ich merke, mir kommen wieder Ideen, dann geht’s weiter.

  • Welche Aufgabe macht dir als Autor besonders Spaß? Gibt es auch eine Aufgabe, die dir weniger liegt?

Sicher liebe ich es, wenn ich eine Idee habe, die mich im MS weiterbringt. Ein Twist
(Wendung), eine besondere Eigenschaft eines Protagonisten oder eine Idee zum Finale. Und da sind wir dann schon bei dem angekommen, was ich gar nicht mag. Meist habe ich mehrere Endungen zum Finale im Kopf, zwischen denen ich mich dann entscheiden muss. Manchmal gibt es auch Probleme mit dem Lektorat, die ich dann nicht so ohne weiteres lösen kann. Ich muss mich dann zurücknehmen, denn erzwingen kann man nichts.

  • Wie sieht dein typischer Alltag als Schriftsteller aus?

Nehmen wir da einen Samstag oder Sonntag. Tage an denen ich viel schreibe. Morgens um 7 wird aufgestanden, erst Kaffee dann Kakao gekocht und bis zum Mittag gehört der Tag dem Manuskript. Dann geht’s auf eine Runde Golf oder aufs Fahrrad, weil das Sitzen muss kompensiert werden.

Matthias Söder

hbru4LE6_400x400

  • Was hat dich motiviert ein Buch zu schreiben? Und warum hast du dich gleich an so schwierigen Themen probiert?

Vor guten fünf Jahren gab es bei mir eine durchgreifende Veränderung in meinem Privatleben. Diese Veränderung war die Initialzündung für den unwiderstehlichen Wunsch, ein Buch zu schreiben. Ich wollte das schreiben, was ich auch gerne lese: harte Thriller. Da erblüht meine Fantasie, da lebe ich in der Geschichte. Ich hatte schon immer eine rege Fantasie und schon als Kind versuchte ich mich im Schreiben. Damals gab es noch keine Computer und ich schrieb auf 17 Seiten meine Gedanken in einer so fürchterlichen Handschrift, dass ich es zum Teil selbst nicht lesen konnte. Entnervt gab ich auf. Erst viele Jahre später, eben vor fünf Jahren, erwachte der Wunsch zum Schreiben erneut. Diesmal allerdings mit einer Heftigkeit, die keinen Widerstand erlaubte. Es war eine späte Liebe, es ist inzwischen eine mächtige Liebe. Ohne diese Liebe möchte ich nicht mehr leben.

  • Die Bewertungen zu deinem Buch „Herzschlag der Gewalt“ sind durchweg positiv – was glaubst du, woran das liegt? Hast du Tipps für werdende Autoren?

Ich bin sehr angenehm von den Bewertungen überrascht. Die Leser, die harte Thriller mögen, finden anscheinend großen Gefallen an meiner Fantasie, was mir sehr schmeichelt. Allerdings muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass die Liebhaber von sanften Liebesromanen mein Buch auf keinen Fall in die Hände nehmen sollten.
Woran es liegt, dass mein Buch so positiv bewertet wird, kann ich schwer beurteilen. Im Fernstudium habe ich gelernt wie ein Spannungsbogen erzeugt wird. Dialoge, Verzögerungen, anschauliche Beschreibungen, Show, Don’ Tell, starke Verben … all diese Dinge saugte ich in mich auf. Wenn ich schreibe, versetzte ich mich in die Charaktere. Ich verwandle mich, werde zum Bösewicht oder zum Helden. Meine Vorstellungskraft ist dann so stark ausgeprägt, dass ich zum Beispiel die juckende Narbe von Chibala, dem Antagonisten, auf meiner Wange spüre. Mit dieser Vorstellungskraft kann ich meine Charaktere anscheinend authentisch darstellen. Den Leser scheint es zu gefallen.
Einen Tipp für andere Autoren möchte ich nicht geben. Schließlich bin ich ein Newcomer, der gerade mal ein paar Bücher verkauft hat. Frage mich nochmal, wenn es einen Spiegel Bestseller von mir gibt.

  • Die Begebenheiten in Afrika wirken auf mich ziemlich real geschildert, wie hast du für dein Buch recherchiert?

Mein Job als Frachtpilot bringt mich an die Orte des Geschehens.  Ich habe oft den Flug nach Nairobi angefordert und dort viele Eindrücke gesammelt. Einiges davon ist in meine Geschichte eingeflossen. Es sind die Gerüche, Geräusche, die Straßenszenen, die Menschen, die Futter für meine Fantasien sind. Ich sah eine Frau im Slum „Kibera“ sterben. Ich roch den Tod, ich sah unerträgliches Elend. Mit diesen Eindrücken ist es einfach, sich in diese Welt hineinzuversetzen.
Im Frühjahr 2014 besuchte ich das Somalierviertel Eastleigh in Nairobi. Es war zu der Zeit, als fast täglich Bombenanschläge Kenia und vor allem Nairobi erschütterten. Die militante Al-Shabaab Terroristen steckten dahinter. Die deutsche Botschaft hatte mich eindringlich davor gewarnt. Doch die Warnung erreichte mich zu spät und so kam es, dass ich von einer Horde Somalier gejagt wurde. Am gleichen Tag wurde ich in der Nähe des internationalen Flughafens verhaftet. Ein Soldat entsicherte sein Gewehr – es war die alte Bundeswehrwaffe G3 – und legte auf mich an. Wenn man solche Erlebnisse unbeschadet überlebt, bleiben tiefe Eindrücke haften. Somit fiel es mir leicht, mich in den Handlungsort „Nairobi“ zu versetzen. Bei den Szenen im Busch erinnerte mich an einige Safaris, die ich in den letzten Jahren erleben durfte. Wenn ich daran denke, rieche ich den herben Heuduft des Steppengrases und die Ausscheidungen der Tiere.
Um es in der modernen Computer-Sprache zu sagen: Mit copy-paste transferierte ich meine Erinnerungen in das Manuskript.

  • Wie hast du dein Buchprojekt finanziert?

Ich verdiene zum Glück nicht allzu schlecht in meinem Job. Es ging also irgendwie.

  • Was hält dein Umfeld von deinem Buch? Durften Freunde von dir das Buch probelesen?

Ich werde oft auf meinen Thriller angesprochen und erfahre großes Lob. Aber Freunde sind meist schlechte Kritiker. Ich bin ein großer Fan von offenen, kritischen Worten. Damit komme ich weiter. Ich analysiere die Kritik, überlege mir, ob was dran ist. Dann setze ich die Kritik um, oder auch nicht.
Eine Studienkollegin ist mir wegen ihrer offenen Kritik im Forum aufgefallen. Ich fragte sie, ob sie für mich Probelesen würde. Das hat sie getan und sie hat mir mein Skript zum Teil heftig verbal um die Ohren gehauen. Das sind die wertvollen Freunde. Ich selbst wäre übrigens ein schlechter Kritiker.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.