Rezension: Wie tötet man Billy Elliot

wie-toetet_man-billy_elliot_cover_rgb-250x355.jpgVerlag: Größenwahn
Autor: Zura Abashidze
Titel: Wie tötet man Billy Elliot
Seiten: 180
Genre: Kurzgeschichten
Preis: 16,90 €

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Inhalt:

Sie kommen nachts, kurz vorm Einschlafen, einer nach dem anderen. Galia, Saschka, Sina, Esra, Luka, Marusa und Anri – alte Freunde, neue Nachbarn, trinkfeste Kindergärtnerinnen und Hippies in der Midlife-Crisis. Nacht für Nacht offenbaren sie ihre Geheimnisse. Über ihre sexuellen Vorlieben, die auf Ablehnung stoßen. Junge Männer und talentierte Frauen, alle mit der gleichen Angst im Herzen: Lauert die Liebe oder gar der Tod hinter der nächsten Tür?

Zura Abashidze, ein junger und charismatischer Schriftsteller Georgiens, portraitiert ungeschminkt und realistisch seine Heimat im Kaukasus. Gefallene Protagonisten und Helden des Alltags, jonglieren zwischen postsowjetischer Tradition und westlicher Moderne. Ein Kampf gegen Homophobie und für mehr Toleranz. Mit seinem außergewöhnlichen Schreibstil unterstreicht Zura Abashidze den europäischen Konflikt der Jugend: Identitätssuche.

Für diese zwölf Erzählungen erhielt er den georgischen Literaturpreis SABAfür das beste Debüt des Jahres.


Fazit:

Viele, die in je in einer Stadt am Meer gelbt haben, konnten sich bestimmt an eine Sexszene erinnern, und dann, Jahre später, einen umherlaufenenden kleinen Bastard wahrnehmen.

Skurril, anders und ein stückweit bizarr sind die Geschichten des Autors, die den Rand der Gesellschaft näher beleuchten. Aus einst guten Geschäftsmännern werden wahnsinnige und verrückte, die im normalen Alltag nicht mehr klar kommen. Absurde Geschichten über drei Jugendliche, die sich durch Sex wärmen und die ihren Gefühlen freien lauf lassen. In den 12 Kurzgeschichten bekommt man die Realität ehrlich und ungeschönigt zu Gesicht.

Der Klappentext hält was er verspricht und auch der Titel ist sehr gut ausgedacht. Eigentlich hätte er auch genau so gut „zerstörte Träume“ heißen können, denn der Inhalt spiegelt genau diese Realität wieder. Und auch der Schreibstil des Autors lässt einen diese Tiefe spüren, sodass ich beim Lesen ab und zu erschreckend aufatmen musste. Aber wie der Inhalt schon andeutet, ist die Kurzgeschichtensamlung keine seichte Unterhaltung zum Abschalten, sondern eine Sammlung, die dich zum Nachdenken anregt und dich auf Identitätssuche schickt.

Auch wenn der Inhalt sicherlich pointiert ausgearbeitet ist und der georgische Literaturpreis für das beste Debüt seine Daseinsberechtigung hat, finde ich das Buch eher weniger lohnenswert. Der Inhalt ist mir persönlich etwas zu überzogen und zu wenig unterhaltend.  So hatte ich z.b. auch überhaupt keinen Zugang zu den Charakteren. Hier muss jeder für sich abschätzen, ob er solche Geschichten mag.

Dennoch kann ich mit einem guten Gewissen sagen, dass der Leser mit diesem Produkt genau das bekommt, was das Cover und der Klappentext versprechen. Keine Mogelpackung und authentischer Inhalt, der dich über eine fremde Realität des Kaukasus aufklärt.


Kommentar:

image-1346082-640_panofree-inwa-1346082.jpgZura ist Autor, Journalist, Aktivist und Blogger. Seine Geschichten werden aufgrund ihrer thematischen Vielfalt und des außergewöhnlichen Stils als charakteristisch für die neue Generation gesehen. Viele seiner Geschichten wurden in den Lehrplan für Gender Studies an der Tbilisi State University aufgenommen.

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2 Replies to “Rezension: Wie tötet man Billy Elliot”

  1. Seit einiger Zeit habe ich Probleme mit den „Gefällt mir“-Button. Das „Wird geladen“ erscheint, wird aber nicht geladen.

    1. Merkwürdig :/ Aber ich hatte das Problem auch schon auf anderen Blogs, manchmal hilft es, wenn man die Seite einfach noch einmal neu lädt 🙂

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