Rezension: Tödlicher Befehl

9783839223468
Verlag: Gmeiner
Autor: Matthias P. Gibert
Titel: Tödlicher Befehl
Genre: Thriller
Seiten: 315
Preis: 16,00 €

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Inhalt:

Der türkischstämmige Politiker Okan Schulze bringt sein Auto in die Werkstatt eines Freundes. Nach einer kurzen Probefahrt kommt der Mechaniker von der Fahrbahn ab – das Auto geht in Flammen auf. Schnell stellt sich heraus: Der Wagen wurde manipuliert. War Okan Schulze das Ziel des Anschlags? Der Politiker will das nicht glauben. Währenddessen wird ein türkischer Geheimdienstmitarbeiter tot aufgefunden und plötzlich überschlagen sich die Ereignisse. Die Ermittler vermuten einen Zusammenhang und müssen bald erkennen, dass dieser Fall bis in die höchsten Kreise der türkischen Regierung hineinreicht.


Fazit:

Guten Morgen, meine Damen und Herren,
ich begrüße Sie zu unserer Sendung Brikmann am Sonntag hier auf Radio Hessen. Als Studiogast darf ich ihnen den Kasseler Politiker und Stadtverordneten Okan Schulze vorstellen.

Ganz klassisch trifft man Politiker natürlich in den Medien an, daher finde ich diesen Einstieg in das Buch ziemlich gelungen. Daneben lernt man in den nächsten Kapiteln auch das Ermittlerduo Thilo und Pia kennen. Zwei Personen, die sich im Team gut ergänzen und eine lockere Arbeitsatmosphäre pflegen. Humormäßig finde ich aber die Dialoge zwischen den beiden eher kindisch bis 0815.

Okan Schulze ist von der Person her ein Politiker, der eine klare Position bezieht und stark das türkische Regierungssystem kritisiert, natürlich macht er sich damit nicht nur Freunde. Schnell ruft er damit auch den türkischen Präsidenten auf den Plan, der kurzer Hand einen loyalen Auftragskiller mit dem Mord von Orkan beauftragt.

Erschreckend (im positiven Sinne) finde ich dabei, die Aktualität des Thriller. Jeder von uns kennt die Beziehung zwischen Deutschland und der Türkei. Matthias greift dieses Thema passend auf und zaubert daraus eine Geschichte, die wirklich genau so in der Realität abgelaufen sein könnte.

Spannungstechnisch und mitreißerisch ist bis zur Mitte des Buches nicht viel zu erwarten. Die Geschichte baut sich gemütlich auf und den Ausgang der Story kann man sich schon fast denken. Gerade als ich mir dachte, dass es ein Katz und Mausspiel zwischen den Ermittlern und den Auftragsmörder wird, wirft mich Matthias voll aus dem Konzept.

Ab der Mitte des Buches nimmt die Geschichte etwas mehr fahrt auf und der Miträtselfaktor steigt. Wer hat jetzt das Auto von Orkan manipuliert? Und wer ist der Mörder von dem Auftragskiller? Mir hat es gut gefallen, dass der Autor meine fast festgefahrene Meinung durchbrechen konnte und mich zum Schluss hin immer weiter an das Buch fesseln konnte.

Bei diesem Buch bin ich mir wirklich etwas unsicher. Auf der einen Seite kann man sich in dem Thriller gut verlieren und den Alltag hinter sich lassen. Der Schreibstil ist sehr angenehm und locker. Aber auf der anderen Seite lebt der Thriller spannungstechnisch nur von seiner Anlehnung zur Realität. Die Figuren sind etwas oberflächlich gezeichnet und Dialoge weißen kaum mitreißerische Züge auf.

Den Thriller „Tödlicher Befehl“ kann man lesen, ist aber jetzt nicht unbedingt ein muss. Ich würde das Buch aber noch einmal lesen, einfach weil ich Politik interessiert bin und mich die Züge aus der Realität angezogen haben!


Kommentar:

gibert-matthias-p.jpgMatthias P. Gibert, 1960 in Königstein im Taunus geboren, lebt seit vielen Jahren mit seiner Frau in Nordhessen. Nach einer kaufmännischen Ausbildung baute er ein Motorradgeschäft auf. 1993 stieg er komplett aus dem Unternehmen aus und orientierte sich neu. Seit 1995 entwickelt und leitet er Seminare in allen Bereichen der Betriebswirtschaftslehre. Mit seiner Frau erarbeitete er ein Konzept zur Depressionsprävention und ist mit diesem seit 2003 sehr erfolgreich für mehrere deutsche Unternehmen tätig. Seit 2009 ist er hauptberuflich Autor.

 

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