Rezension: Morden für Anfänger

41m-ByA1IgL._SX314_BO1,204,203,200_.jpgVerlag: Fehnland
Autor: Dr. Manfred Lukaschweski
Titel: Morden für Anfänger
Genre: Ratgeber
Seiten: 200
Preis: 12,00 €

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Inhalt:

Morden für Anfänger – Ein Ratgeber für Krimischreiber und Krimileser

Der Kommissar stellt nach einem Blick auf die Leiche den Tod fest, der Pathologe eilt zum Tatort, der einsame Ermittler löst jeden Fall durch Nachdenken und Whiskey-Trinken, die ganze Ermittlungsmannschaft stapft durch den Tatort …
Der bekannte Kriminalist und Physiker Dr. Manfred Lukaschewski, ehemals Chef einer Mordkommission in Berlin, stellt in diesem Büchlein dar, was Krimiautoren und Fernsehkommissare oft nicht wissen. Eine gehörige Portion Humor gibt dem Buch zusätzlich einen großen Unterhaltungswert.


Fazit:

…Also versuche ich an einen Plauderton angelehnt, Probleme anzudeuten, die in diesem Genre immer wieder anzutreffen sind, allerdings auch immer wieder mit den besagten kleinen Ungenauigkeiten.

Und das ist dem Autor auch gelungen. Im lockeren, aber gleichzeitig auch belehrenden Ton zeigt Dr. Lukaschweski die großen und kleinen Unstimmigkeiten zwischen Hollywood und der Realität von Krimis. In 42 Tipps erklärt er die Fehler, die Autoren sehr gerne begehen und zeigt anschließen auf, wie man die Fehler umgehen kann.

Wann sollte man von Mord sprechen? Was ist der unterschied zwischen einem Rechtsmediziner und einem Pathologen? Wie verhält sich der gestorbene menschliche Körper? Was muss man bei der Spurensicherung beachten? Diese und zahlreiche weitere Fakten verdeutlichen sehr gut den Unterschied zwischen Hollywood und der tatsächlichen Situation bei der Polizei.

Und eine Sache sollten die Krimiautoren nicht vergessen. Wir leben immer noch in Deutschland. Das heißt, jeder Arbeitsschritt ist genau vorgegeben und an der Bürokratie kommt man auch nicht so schnell vorbei. Doch gleichzeitig ist in mir bei diesem Ratgeber auch die Frage aufgetaucht, ob wir wirklich mehr Realität in Krimis brauchen oder der Hollywoodzauber bleiben soll? Schließlich handelt es sich bei Büchern um eine Kunstform. Da darf doch auch etwas geflunkert werden, oder was meint ihr?

Jedoch sollte sich auch jeder Krimiautor in der Materie auskennen, sodass er authentische Bücher schreiben kann. Meiner Meinung nach sollte er aber zuerst mit Fachliteratur beginnen und anschließend diesen Ratgeber dazu lesen. Für mich ist „Morden für Anfänger“ ein ausführlicher Kommentar über die Defizite in der Autorenwelt. Locker, lebhaft und unterhaltend.

Da man fast schon spielerisch (durch den gelungenen Schreibstil) das neue Wissen über Kriminalität aufsaugt, kann ich diesen Ratgeber echt weiterempfehlen!


Kommentar:

Manfred_Lukaschewski_160.jpgDipl.-Physiker und Dipl.-Kriminalist Dr. Manfred Lukaschewski, Jahrgang 1951, hat nach dem Studium der Physik (Astrophysik) in Rostock seine Berufstätigkeit bei der Kriminalpolizei Berlin mit dem Schwerpunkt Ballistik begonnen. Ein Zweitstudium ‚Kriminalistik‘ von 1979 bis 1983 an der Humboldt-Universität mit dem Abschluß DIplom-Kriminalist, anschließend Promotion zum Dr. jur. 1984 Übernahm e der Leitung einer Morduntersuchungskommission.

Nach Auflösung der Dienststelle 1993 Tätigkeitsbeginn in einer Wach- und Schließgesellschaft in Magdeburg und ab 2007 Leitung im Bereich Luftsicherheit auf dem Flughafen Hannover.

Seit 2016 im Ruhestand.

Verfasser zahlreicher Fachbücher zu kriminalistischen Themen, sowie zu historischen Themen.

Im Fehnland-Verlag erschien im November 2018 sein Sachbuch „Mord für Anfänger – Ratgeber für Krimischreiber und Krimileser

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2 Comments on “Rezension: Morden für Anfänger

  1. Klingt ganz gut dieser Ratgeber. Werde ich mir sicher auch mal besorgen. Danke für den Tipp. Aber was meinst du mit „sollte er aber zuerst mit Fachliteratur beginnen“?

    • Man kann den Ratgeber zwar auch eigenständig lesen. Aber ich denke, dass er noch etwas besser verständlich ist, wenn man vorher etwas Fachliteratur gelesen hat 🙈

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