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Rezension: Mord am Mikro

Mainbookverlag, Rezension: Mord am Mikro

Hintergrund:

Weil ich wusste, dass ich beim Mainbookverlage zuverlässige und gute Kriminalgeschichten finden kann, habe ich mich dort nach etwas Passendem umgeschaut.

Der mainbook Verlag ist ein junger, unabhängiger, kleiner Verlag mit Sitz in Frankfurt am Main, der 2010 gegründet wurde und von Verleger Gerd Fischer geleitet wird.

Als ich das Buch „Mord am Mikro“ gesehen habe, ist mir das Cover mit dem roten Fadenkreuz und dem Mikro, sowie die schwarzen Schrift auf weißem Hintergrund direkt ins Auge gesprungen. Zusammen mit dem Klappentext „Selbstmord aus Liebeskummer?“ klingt es für mich nach einem lohnenden Krimi!

Inhalt:

Mainbookverlag, Rezension: Mord am MikroSelbstmord aus Liebeskummer? Als ein junger Radio-Moderator tot aufgefunden wird, zweifeln seine Eltern daran und bitten den ehemaligen Hauptkommissar Bernd Steiner, der seit seinem letzten Einsatz außer Dienst ist, um Hilfe. Zunächst will er von dem Auftrag nichts wissen, doch sein Instinkt, Verbrecher zu jagen und die Gier, sie zu kriegen, siegt. Er entwickelt eine Antenne für den Fall und nimmt die Ermittlungen in einem Rundfunk-Sender auf.
Im fünften Band der Krimi-Reihe mit Bernd Steiner lässt Autor Martin Olden seinen raubeinigen Helden neue Wege erkunden. Steiner ermittelt im Columbo-Stil! Schauen Sie dem Detektiv bei seiner Arbeit über die Schulter und entdecken Sie mit ihm, welche kleinen, aber entscheidenden Fehler der Täter beging …

Fazit:

Wenn er jetzt zudrückte, gab es für ihn kein Zurück mehr. Dieter Brandt wusste das ganz genau. Seine Hände schwitzten.

Dieser Anfang macht direkt mit seiner Doppeldeutig Lust auf mehr. Bringt er gerade jemanden um oder macht er doch etwas anderes?

Zu Beginn des Buches lernt man Dieter Brandt kennen, der mit seinen alten 67 Jahren noch leidenschaftlich Radio machen möchte. Dabei scheint Brandt ein Träumer der guten alten Zeit zu sein, denn immer wieder trifft man passende Anspielungen  zu alten Stars, wie Simon&Garfunkel. Aber auch sein eigener Radiosender „Memory Music FM“ spiegelt seine Träumerrei wieder.

Auch wenn man am Anfang noch denkt, dass Dieter Brandt erfolgreich seinen  Radiosender führt, stellt sich schnell heraus, dass er „Memory Music FM“ schon an die Wand gefahren hat. Seine Mitarbeiter Danny, Sophia und Bruno haben schon länger keine Geählter mehr bekommen und auf dem Geschäftskonto sind nur noch 75€. Als Bruno das heraus findet, stellt er Dieter vor die Wahl, entweder er ist endlich ehrlich zu seinen Mitarbeitern oder er wird die Website vom Netz nehmen.

Dabei finde ich die Charaktere Danny und Sophia wirklich sehr klischeehaft. Wie stellt man sich Jugendliche vor? Na klar, schlechter Klamottenstil, überheblich und mit Widerworten. Aber auch Dieter Brandt gefällt mir als Figur gar nicht. Ein alter Mann, der mit der jungen Praktikantin Sophia flirtet und seine Mitarbeiter belügt.

Mit seiner letzten Show am 13.08.2015 um 20 Uhr möchte Dieter Brandt dann das Ende von „Memory Music FM“ verkünden und seinen Mitarbeiter endlich die ganze Wahrheit erzählen, doch es kommt anders als erwartet. Mit einem genialen Trick verschafft sich Dieter ein Alibi und fährt stattdessen zu Bruno nachhause. Er möchte ihm eine rettende Idee präsentieren, aber das war nur Schein. Ohne große Vorwarnung ermordet er Bruno.

Ich finde die Idee, dass man den Täter gleich zu Beginn schon kennt, interessant. Normalerweise ist man ja immer bis zum Schluss einer Geschichte auf der Suche nach dem Täter! Bei dieser Geschichte beschäftigt man sich mehr damit, welche Fehler Brandt bei seiner Tat gemacht hat.

Zwischen den Kapiteln, indem die Erzählung des Mordes vollzogen wird, lernt man den Komissar Steiner beim Poker mit seinen alten Kollegen kennen. Eigentlich passt sein Charakter überhaupt nicht in das typische Bild eines Ermittlers. Er sitzt im Rollstuhl und ist schon viel zu alt. Doch trotzdem finde ich den Charakter überaus vielschichtig ausgearbeitet. Früher war er ein unbequemer Ermittler, der seinen ganz eigenen Kopf hatte. Heute ist er pansioniert und vergüngt sich im Puff mit immer der gleichen Prostiuierten und triftt sich mit seinen Freunden. Trinkt viel Bier und raucht zu viel.

Zuerst möchte er sich dem Fall überhaupt nicht annehmen, doch nach kurzem hin und her, entscheidet er sich doch dazu. In meinen Augen ist dieser Entscheidungsprozess viel zu kurz gekommen. Auf der einen Seite möchte er eigentlich gar nicht mehr ermitteln und direkt auf der nächsten Seite entscheidet er sich doch dazu. Es hat keine große Überzeugungsarbeitet gekostet.

Insgesamt ist der Krimi „Mord am Mikro“ für mich eine Geschichte, die einen interessanten Unterhaltungswert aufweist. Er weicht von der Norm ab, schwelgt viel Erinnerungen und verrät den Täter direkt. Der Schreibstil des Autors sorgt dafür, dass man das Buch flüssig in einem Rutsch durchlesen kann. Auch wenn für mich die Spannung viel zu kurz kommt, überzeugt der Krimi durch interessante Themen, wie Sexualität bei Behinderten Menschen und interessanten Persönlichkeiten.

Kommentar:

Martin Olden alias Marc Rybicki wurde 1975 in Frankfurt am Main geboren und studierte Philosophie und Amerikanistik an der Goethe- Universität. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet er als Filmkritiker für das Feuilleton der „Frankfurter Neuen Presse“. Ebenso ist Rybicki als Radio-Moderator sowie als Werbe- und Hörbuchsprecher tätig. Vor seiner Zeit als Autor von Kinderbüchern und Krimis, für die er das Pseudonym Martin Olden benutzt, war Rybicki zudem Pressesprecher des Profi-Basketball Clubs „Frankfurt Skyliners.“

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