Rezension: Lilian

9783959151160.jpgVerlag: Edition Outbird
Autor: Susanne Agnes Fauser
Titel: Lilian
Genre: Thriller
Seiten: 290
Preis: 14, 90 €

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Inhalt:

Der unaufgeklärte Mord an einem Poeten und ein toter Trans­vestit, Briefe mit alttestamentarischem Inhalt und ein ausgesetztes Kind.
Das sind die Rätsel, auf die die junge Kim stößt und in Verbindung mit ihrem Freund Ben bringt.
Eine große Liebe, magische Riten, Musik, Ruinen, Melancholie und viele Fragen, auf die es keine Antworten zu geben scheint, ziehen den Zwanzigjährigen in ihren Bann, als er seine geheimnissvolle, leibliche Mutter kennenlernt, die in Schottland auf einem Hausboot lebt.
Er taucht ein in das mystische Leben, das seine Eltern geführt haben und muss entsetzt feststellen, dass der Täter von damals noch immer sein Unwesen treibt…


Fazit:

Ich hauste in einem Kellerloch in jenem bedeutsamen Frühling 1964. Eine Eremitin in diesen Tagen zwischen Vergangenheit und Zukunft, mit nichts als einer schmuddeligen Matratze, einem alten Schaukelstuhl, den ich auf dem Sperrmüll aufgetan hatte und ein paar andere Kleinigkeiten, die man zum Leben braucht.

Ein Stück Melancholie und Mysteriöses umgibt den Thriller von Susanne und genau das spiegelt sich in ihrem Schreibstil wieder. Die Stimmung ist am Anfang zwar etwas gedrückt und wenig lebhaft, aber mit jeder gelesen Seite taucht man tiefer in eine Welt ein, die dich mit Spannung und Magie verzaubert. Die Autorin weiß genau, welche Knöpfe sie drücken muss, um dir die einzigartige Liebe zweier Personen zu zeigen.

Zu Beginn musste ich mich zwar etwas durch die Seiten kämpfen, doch ab der Mitte des Buches bin ich dann richtig angekommen und konnte mich selbst auf die Suche nach dem mystischem, nach dem Mörder aufmachen. Dabei weiß die Autorin dich auf falsche Fährten zu locken und dir eine Welt zu zeigen, die sich von der eigentlich Realität deutlich unterscheidet. Auch wenn hier Gegenwart und Vergangenheit vermischt werden, verzettelt sich die Autorin kein Stück und lässt den roten Faden bis zum Schluss gekonnt weiter laufen.

Auch wenn ich ehrlich gestehen muss, dass mir die Thematik um Rituale nicht sonderlich liegt und ich doch sehr skeptisch demgegenüber bin, zeigt dir das Buch genau diesen Unterschied und lässt dich deine eigenen Erfahrungen und Meinungen zu dem Thema überdenken. Interessant ist auch, dass der Thriller nicht nur einfach so dahin geschrieben wurde, sondern das Gesamtkonzept voll und ganz auf den Inhalt abgestimmt ist. Damit liefert Susanne definitiv ein authentisches Werk ab, das dich durch die Aufmachung in eine fremde Welt entführt.

Bei den Charakteren bin ich etwas gemischter Meinung. Auf der einen Seite hat mir Lilian mit der melancholischen, nachdenklichen und fast schon sehnsüchtigen Seite sehr gefallen, sodass ich mich mit ihr ein Stück weit identifizieren konnte. Aber auf der anderen Seite finde ich den Unterschied zu anderen Personen nicht gelungen. Durch den gleichbleibenden Schreibstil ist es mir schwer gefallen das Markante der einzelnen Charaktere zu unterscheiden.

Abschließend kann ich sagen, dass der Thriller handwerklich 1a ist. Die Autorin kennt sich in ihrer Thematik aus. Sie weiß Liebe, Mord und Melancholie zu vereinen und das künstlerische in einen berührenden Schreibstil wiederzugeben. Jedoch ist die Geschichte gleichzeitig auch sehr speziell, sodass sie nicht jedem gefallen könnte und man für sich entscheiden muss, ob man sich darauf einlassen möchte.


Kommentar:

Susanne-Agenes-Fauser.jpgSusanne Agnes Fauser beschäftigt sich seit frühester Jugend mit Okkultismus, Heilkunst, Grenzerfahrungen und Poesie. Nachdem sie in Berlin, Schwarzwald, Freiburg und im Schwabenland gewohnt hat, lebt sie derzeit in der rheinhessischen Schweiz. Sie arbeitet als Psychotherapeutin, schamanische Heilerin und Coach für Bewusstseinsentwicklung.

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