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Rezension: Leckerbissen

Dark Romance, Rezension: Leckerbissen

Dark Romance, Rezension: LeckerbissenVerlag: Festa
Autor: Kitty Thomas
Titel: Leckerbissen
Seiten: 221

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Inhalt:

»Heute entdeckte ich etwas Schönes und beschloss, es zu zerstören. Ich wollte sehen, wie es in meinen Händen zerbricht und zu meinen Füßen zerbröckelt. Ihr Name ist Emily Vargas.«
Emily wird in völliger Isolation gefangen gehalten. Als Teil seiner Konditionierungsmethoden weigert sich ihr Entführer, mit ihr zu sprechen, weil er weiß, wie sehr sich die selbstbewusste Frau nach menschlichem Kontakt sehnt …
»Kann ein so schöner Mann ein Monster sein?«
Was passiert, wenn alle Gefühle der Lust und des Schmerzes auf den Kopf gestellt werden? Wenn Peitschen Behagen verursachen und Essen zur Strafe wird?
»Der erste Tag meiner Gefangenschaft war wie eine Geburt – oder wie Sterben.«
Dies ist die Geschichte von Emily, von ihr selbst erzählt. Das ist keine kuschelige Liebesgeschichte. Es geht um echte Sklaverei.


Fazit:

Der erste Tag meiner Gefangenschaft war wie eine Geburt – oder wie sterben. Im Endeffekt läuft ja beides gleich ab, mit dem langen Tunnel und dem hellen Licht am Ende.

Und plötzlich ist man mitten im Geschehen. Ohne Vorwarnung und langsamer Hinleitung zur Entführung, wird man direkt mit dieser Konfrontiert. Für mich ist „Leckerbissen“ jetzt der dritte Dark-Romance-Roman und ich habe mir am Anfang dieser Geschichte gedacht „kennst du Einen, kennst du Alle“. Aber dieser Schein trügt. Auch wenn das Grundgerüst immer auf Entführung, Gefangenschaft und Vergewaltigung beruht, sind die Geschichten doch sehr unterschiedlich aufgebaut und beschrieben, zum Teil auch triefend psychologisch. Dabei gefällt es mir aus welchen unterschiedliche Perspektiven man dieses Thema beleuchten kann.

Einzigartig, zumindest für mich, ist an „Leckerbissen“, dass diese Geschichte lediglich mit zwei Personen auskommt. Keine lästige Nebengeschichte, nur Emily und der seltsame Entführer, der kein Wort von sich gibt. Es ist erschreckend zu sehen, welche Mächte diese schweigsame Stille und Konditionierung auslösen können. Auch wenn sich Emily Vargas vornimmt rebellisch zu sein und zu fliehen, entdeckt sie schnell eine Seite an sich, die sie selber verwundert. Auf einmal fühlt sie sich zu ihm hingezogen, vermisst seine Nähe. Liegt es daran, dass der Typ absolut heiß und verdammt reich ist? Oder doch seine ruhige, besonne und gewaltfreie Art und Weise?

„Tears of Tess“ und „Fesseln in der Finsternis“ finde ich gegen „Leckerbissen“ gewaltsamer und sexueller. Diese Story ist sachter und lockerer aufgebaut. Die Sexszenen werden zwar auch hier geschildert, doch nicht ganz so explizit. Schön ist hier auch der Wechsel der Perspektive bei den erotischen Szenen. So bekommt man sie nicht aus der Sicht von Emily geschildert, sondern erfährt sie als Außenstehender. Diese stilistische Mittel ist sinnvoll eingesetzt worden und sorgt zugleich auch für Abwechslung während des Lesens.

Für diejenigen, die sich langsam der Dark-Romance öffnen möchten, ist „Leckerbissen“ in meinen Augen ein guter Einstieg. Der Schreibstil der Autorin übt eine wohltuende und zugleich mitfühlende Wirkung aus. Dabei ist die Übersetzung ins Deutsche gut gelungen. Die Zeilen, Seiten lassen sich ohne zu stocken und den Satz zwei Mal lesen sehr gut durchstöbern. Daher kann ich „Leckerbissen“ nur weiterempfehlen

Nice to know:

Sexualität ist das am häufigsten zensierte und unter Beobachtung stehende Thema unserer Kultur. Die Medien sind deshalb prüde und ängstlich: In Deutschland werden die meisten Erotic Romance-Romane gekürzt und entschärft übersetzt, sogar Bestseller wie Fifty Shades of Grey von E.L. James.
Dabei gilt in Deutschland: „Eine Zensur findet nicht statt.“ So steht es im Grundgesetz. Aber überall passiert es, freiwillig und ohne Grund.
Natürlich gibt es in der Erotic Romance Schilderungen, die unseren moralischen Vorstellungen verletzen, aber Literatur ist reine Fantasie, keinem lebenden Menschen wird ein Leid zugefügt. Krimiautoren behaupten auch nicht, dass man Menschen töten darf.

 


Kommentar:

Dark Romance, Rezension: LeckerbissenDie Amerikanerin Kitty Thomas schreibt Dark Erotic mit literarischem Anspruch. Sie ist die Autorin von bisher 19 Romanen, darunter LECKERBISSEN, einem BDSM-Bestseller über das Stockholm-Syndrom.

 

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