Rezension: Immerschuld

41kFrlWkqML._SX319_BO1,204,203,200_Verlag: Gmeiner
Autor: Roman Klementovic
Titel: Immerschuld
Genre: Thriller
Seiten: 348
Preis: 15,00 €

Hier bestellen


Inhalt:

Sie fanden ihn am Waldrand in der Nähe des Dorfes. Die brütende Hochsommerhitze der letzten Tage hatte ihm schwer zugesetzt. Der Fäulnisgeruch war kaum zu ertragen. Hektisches Fliegensummen, überall Parasiten und Blut. Es sah so aus, als wäre er mit einem Messer massakriert worden, vielleicht auch mit einer Axt. Doch es war etwas anderes, das ihre volle Aufmerksamkeit auf sich zog. Etwas, das ihnen noch viel mehr Angst machte …


Fazit:

Der Sommer, in dem er seine Schweigen brach, war jener des Jahres 2015. Es war „Der extremste Sommer der Messgeschichte“ titelte eine der größten Tageszeitungen des Landes. Keine Ahnung, ob das wirklich stimmte.

„Immerschuld“ ist der zweite Teil von einer Buchreihe, allerdings ist das nicht weiter schlimm. Direkt zu Beginn werden die Ereignisse aus dem Vorgänger „Immerstill“ aufgegriffen, sodass es kein Problem darstellt die Bücher getrennt voneinander zu lesen.

Dabei schafft es der Autor die sommerliche Hitze, dieses drückende und beklemmende Gefühl auf seinen Schreibstil zu adaptieren, sodass man die Wärme selbst spürt. Aber auch die komische, neidvolle Stimmung des Dorfes Grundendorf wird gut inszeniert. Kennt ihr diese vorabendliche Krimis auf ARD und ZDF, die irgendwie eine seltsame und trügerische Stimmung verbreiten? Genau an die hat mich „Immerschuld“ erinnert.

Grundendorf ist eine kleiner Zusammenschluss von 600 Personen, die Angst vor ihren slowakischen Nachbarn haben. Ebenso sind sie eher verklemmt und neidvoll eingestellt. Aber auch das Schicksal meint es nicht sehr gut mit ihnen. Immer wieder kommt es zu Entführungen bzw. gar zu Mord. Auch hier wird die Stimmung so etwas ins düstere, zurückhaltende gezogen und schürt gleichzeitig Angst.

So kommt es auch das der Thriller spannungstechnisch ganz weit vorne ist. Schon zu Beginn wird man mit dem Fund eines toten Hundes konfrontiert, bei dem alle Zähne heraus gerissen wurden. Dabei soll es sich um den Hund seiner Cousine handeln. Als Patrick dann auch noch kurze Zeit später zu seiner Oma fährt, wird er völlig hysterisch von ihr Empfangen, denn seine Cousine ist spurlos verschwunden. Im Laufe der Geschichte wird dann auch noch eine Leiche gefunden und plötzlich gerät Patrick als Ex-Polizist selbst in Verdacht. Langeweile kommt da also garantiert nicht auf.

Während die Nebenfiguren eher dünn gezeichnet sind, finde ich Patrick umso interessanter und schicksalhafter. Nach dem vorgegangen, sowie gelösten Entführungsfall in „Immerstill“ haben die Medien in Patrick einen präsentablen Helden gefunden, allerdings fühlt er sich nicht als solcher. Auch seinen Polizeidienst hat er in diesem Buch an den Nagel gehängt. Auf mich wirkt er auch nicht besonders stark oder stabil, sondern weist eher düstere und depressivere Züge auf.

Lange Zeit bleibt tappt man während den Ermittlungen über den Verbleib von Julia im unklaren und kommt so schnell nicht von selbst auf die Lösung. Umso schrecklicher, dramatischer wird es dann gegen Ende als man die ganze Wahrheit erfährt. Doch dann hört der Thriller auf und man wird mit einem Cliffhanger trostlos zurücklassen. Ein kurzes „WOW“ konnte ich mir da nicht verkneifen.

Abschließend kann ich sagen, dass sich der Thriller „Immerschuld“ definitiv zu lesen lohnt. Anders als andere Thriller ist er düsterer, beklemmender, aber trotzdem rasant und flüssig geschrieben.


Kommentar:

klementovic-roman.jpgRoman Klementovic lebt in Wien und arbeitete lange im Marketing, bevor er seine Liebe zum Schreiben entdeckte. Bisher im Gmeiner-Verlag erschienen: »Immerstill« (2016) und »Verspielt« (2015). Nähere Infos auf www.romanklementovic.at

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: