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Rezension: Gestrandete der Nacht

Gestrandete der Nacht, Rezension: Gestrandete der Nacht

Gestrandete der Nacht, Rezension: Gestrandete der NachtVerlag: Mainbook
Autor: Claudia Kabel
Titel: Gestrandete der Nacht
Seiten: 303

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Inhalt:

Die siebzehnjährige Leonie liebt die Nacht, den Tod und alles, was schwarz ist. Doch sie hat ein Problem: Ihre Eltern glauben, sie sei selbstmordgefährdet und ziehen mit ihr deshalb von der Großstadt Frankfurt in ein Dorf am Rande des Odenwaldes. Fernab vom nächtlichen Clubleben und ihrer Clique fürchtet sie, im ländlichen Idyll von Dilshofen den Boden unter den Füßen zu verlieren. Doch dann trifft sie gleich zwei Männer, die ihr Leben verändern und unterschiedlicher nicht sein könnten: den sozialen Außenseiter Paul und den scheinbar eiskalten Edison. Doch irgendetwas stimmt mit Edison nicht. Und warum reagiert Paul so panisch auf ihn?


Fazit:

Leonie balancierte auf der Brüstung der Dachterrasse. Die Straßenschlucht zog sie magisch an. Es wäre so einfach jetzt zu springen.

Auch wenn sich die ersten Zeilen sehr interessant lesen und dem Titel „Gestrandete der Nacht“ gerecht werden, braucht das Buch etwas, um in fahrt zu kommen. Zu Beginn merkt man der Autorin noch etwas ihre Unsicherheit an, aber dann nimmt die Geschichte immer weiter, immer selbstsicherer und tiefgründiger ihren Lauf. So habe ich mich nach dem ersten Drittel bei dem Gedanken erwischt „Och Leonie, warum verfällst du dem Badboy-Charme von Edison?…“ und dann war’s um mich geschehen.

Dabei haben mir es Charaktere Leonie und Edison besonders angetan. Leonie ist in meinen Augen das Ebenbild einer typischen 17-jährigen, die mit ihrem Wechselbad der Gefühle und ihrer Ablehnung der Eltern gegenüber perfekt getroffen ist. Und Edison weist dieses geheimnisvolle und unantastbare Badboy-Image auf, dem viele Frauen verfallen.

Aber auch die Thematik der Gothikszene, der Selbstverletzung und davon die Subkultur der „Vampire“, die ihrem Verlangen nach menschlichen Blut nachgehen, finde ich gerade für jugendliche im Alter zwischen 16 – 18 Jahren ziemlich passend und gelungen. In diesem Alter wissen viele Mädchen sich nicht weiter zu helfen und greifen zu ungewöhnlichen Methoden und wollen ihren Körper „besonders“ spüren (Hatte früher selber die Erfahrung damit in meinem Freundeskreis gemacht). Allerdings ist für mich das Verlangen nach menschlichem Blut neu. Einerseits bin ich etwas schockiert gewesen, dass so etwas tatsächlich existiert, aber andererseits hat mich dieses Thema auch total neugierig gemacht!

Claudia Kabel schafft es diese Themen mit einer eindringlichen Spannung gut umzusetzen. So konnte ich das Buch ab der Hälfte kaum noch aus der Hand legen und wollte unbedingt erfahren, wie es weiter geht! Abgerundet wird die ganze Geschichte mit einem Cover, dass wirklich ein Hingucker ist! So dürfte sicher jeder einen Moment lang bei diesem Bild hängen bleiben und sich genauer damit beschäftigen. Aber auch der Schluss kann sich sehen lassen. So schafft Claudia Kabel ein solides Ende, dass den Bezug zum Titel perfekt trifft!

Wer sich also auf ein ungewöhnliches Abenteuer und nach etwas nicht alltäglichem auf machen möchte, der ist hier an der richtigen Adresse. Gerade Jugendliche dürften sich hier besonders wohlfühlen. Es ist ein tolles Debüt, dass Lust auf mehr macht!


Kommentar:

Gestrandete der Nacht, Rezension: Gestrandete der NachtClaudia Kabel, Jahrgang 1971, studierte in Darmstadt und Mainz Sprachwissenschaft,Pädagogik, Psychologie und Journalistik und arbeitet seit 2001 für Zeitungen, Agenturen und Magazine. Seit ihrer Jugend interessiert sie sich für Grenzwissenschaften und mystische Themen. Sie ist Redakteurin der Frankfurter Rundschau und berichtet über lokale Themen aus Darmstadt und dem Rhein-Main-Gebiet. Sie lebt und arbeitet in Ober-Ramstadt.

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