Rezension: Geister

IMG_20190913_182703_722Verlag: Edition Outbird
Seiten: 340
Erscheinungsdatum: 13.09.2019
Genre: Schauerroman
ISBN: 978-3959151269
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Inhalt

1999, die Jahrtausendwende steht vor der Tür und damit auch das Gerücht über den kommenden Weltuntergang. Aber nicht nur das lässt Tomas Jakobsen aufhorchen. Nachdem er mit seiner Familie von Dänemark nach Deutschland umgezogen ist, steht er vor dem Problem, neue Freunde zu finden. Für den Stubenhocker nicht gerade eine leichte Aufgabe, doch irgendwie zieht ihn der komische „Totengräber“ aus der Klasse näher an, sodass er sich kurzerhand dazu entscheidet sich öfter mit ihm zu treffen. Er taucht in eine völlig absurde Welt der Mythen und Sagen ab und begibt sich zusammen mit Juri auf die Suche nach der blauen Blume. Doch was ihn dann erwartet ist beinahe unglaublich.


Fazit

Mir persönlich gefällt das Grundszenario ziemlich gut und kommt für mich auch ziemlich ausgeklügelt daher. Dass sich der Roman zur Jahrtausendwende abspielt und sowieso der Weltuntergang bevor steht, ist eine gute Grundlage für einen düsteren Schauerroman. Gepaart mit dem Umzug aus Dänemark, und dass Tomas sich in der neuen Klasse beweisen muss, ergibt sich für mich ein tolle Grundspannung. Durch die Geheimniskrämerei von Juri schwebt auch gleichzeitig von Anfang an eine tolle mystische Stimmung mit, sodass ich die Geschichte gerne weiterlesen wollte.

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Aber auch ansonsten erzeugt der Roman eine tolle, gruselige Atmosphäre. Die schaurige Villa von Juris Eltern, sowie das mysteriöse Wesen, dass Juri umgibt und das Bergwerk als Lostplace sind durch den lockeren Schreibstil von Pia schön inszeniert. Dazu kommen dann auch noch die Charakter, die das Schaubild authentisch abrunden. Tomas Schwester, die ein Wandel zum Punk vollzieht, Juri, der mich durch seinen Hang zum Tod ziemlich neugierig gemacht hat und Tomas selbst, der eigentlich eher als Stubenhocker und Horrorfilmeschauer bekannt ist, sind eine tolle Mischung, die keine Langeweile zulassen. Aber auch die Lehrer, sowie die Mitschüler Basti, Ranja und Eva umgibt irgendetwas, dass mich neugierig gemacht hat.

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Bevor allerdings der eigentliche Horrortrip losgeht und die Spannung in die Höhe steigt, lebt die Geschichte bis Seite 90 nur von der Atmosphäre. Für mich dauert der Aufbau der Geschichte etwas zu lange. Hier hätte ich mir gewünscht, dass Pia etwas schneller zur Sache kommt. Ebenso finde ich die eingebauten Alpträume, die Tomas ab und zu sehr plötzlich im Alltag hat etwas verwirrend und sprunghaft. Allerdings sind das für mich nur kleine Abzüge, die in der Gesamtheit keine gewichtige Rolle spielen.

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Kurz um ergibt sich eine Story, die Lust auf mehr macht, die man nur schwer aus der Hand legen kann. All das mysteriöse, das komische, erzeugt einen Sog, dass man mehr davon entdecken möchte. Zusammen mit dem lockeren, sehr bildhaften Schreibstil, sowie der guten Atmosphäre entsteht mehr und mehr eine spannende und lesenswerte Lektüre. Der Titel, sowie das sehr gelungene Cover und Klappentext passen sehr gut zu der Geschichte und verkaufen definitiv keine falschen Tatsachen!


Autor

Pia-Lüddecke_2016_08_28_0011_-Kopie-300x200.jpgPia Lüddecke kam vor langer Zeit in einem dunklen Winkel des Ruhrgebiets zur Welt. Die Faszination für das Übernatürliche und den morbiden Grusel begleitet sie seit ihrer Kindheit. Im Rahmen ihres Germanistikstudiums befasste sie sich mit Goethes ‚Faust‘, was sie zu ihrem ersten Roman ‚Der schwarze Teufel‘ inspirierte, der später auch als CD-Hörspiel erschien. Inzwischen hat sich die Autorin eine ordentliche Existenz als Redakteurin für ein seriöses Hochglanzmagazin aufgebaut. Doch in finsteren Gewitternächten kommt ihr wahrer Charakter zum Vorschein: Dann streift sie sich ihren samtschwarzen Kapuzenmantel über, steigt hinauf in ihr Turmzimmer und kritzelt beim Schein flackernder Wachskerzen unsägliche Horrorgeschichten in ihr leinengebundenes Notizbuch. Ihre engsten Vertrauten bei dieser weltfremden Beschäftigung sind ein E-Gitarre spielender Prinz und eine Kreatur, die vorgibt, ein Kaninchen zu sein. Pia ist Mitglied der Künstlergruppe ‚Der Schwarze Salon‘ und der Autorengruppe ‚Wir schreiben in Bochum‘. Wenn sie nicht gerade schreibt oder (vor-)liest, trainiert sie das Fechten mit dem Florett (was ihr im Hinblick auf die anstehende Zombie-Apokalypse noch zugutekommen wird. Ihr werdet sehen!). Weitere Infos: pialueddecke.de

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