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Rezension: Ermordung des Glücks

Ermordung des Glücks, Rezension: Ermordung des Glücks

Hintergrund:

Auf der Suche nach einem Roman, der durch sein Titel überzeugen kann, habe ich mich beim Suhrkampverlag umgeschaut. Dabei sollte für mich der Titel etwas philosphisches aufweisen und in Anlehnung an die Realität sein.

Der Suhrkamp Verlag verlegt keine Bücher, sondern Autoren – auf dieses verlegerische Prinzip lassen sich auch die programmatischen Leitgedanken zurückführen. Dieses Paradoxon verweist darauf, dass es dem Verlag nicht nur um das einzelne Buch geht, sondern um die literarische oder wissenschaftliche Gesamtphysiognomie seiner Autoren.

Mit „Die Ermordung des Glücks“ habe ich nicht nur ein Roman gefunden, der mich mit dem philosophischen Titel überzeugen konnte, sondern gleichzeitig auch noch eine vielversprechende Kriminalgeschichte mit sich bringt!

Inhalt:

Ermordung des Glücks, Rezension: Ermordung des GlücksDas Glück wird ermordet, als der 11-jährige Lennard Grabbe im kalten Novembermünchen nicht nach Hause kommt und 34 Tage später als Mordopfer aufgefunden wird. Exkommissar Jakob Franck, den man bereits aus Der namenlose Tag kennt, überbringt den Eltern die schrecklichste aller Nachrichten – das Glück verschwindet. Aber auch das Glück anderer, mit Lennard in Verbindung stehenden Personen endet abrupt oder wird ermordet. Während die Sonderkommission auf der Stelle tritt und die Familie keinen Weg findet, mit dem Verlust umzugehen, vergräbt Franck sich bis zur Erschöpfung in Zeugenaussagen und Protokollen, verbringt Stunden am Tatort und bedient sich seiner speziellen Technik der Gedankenfühligkeit – immer in der Hoffnung, das »Fossil«, den einen ausschlaggebenden Faktor zur Aufklärung des Falls, ans Licht zu bringen. Angetrieben wird er dabei nicht nur von dem Bedürfnis, der Familie zu Klarheit zu verhelfen und so ihre Trauer zu lindern, sondern auch von den schmerzhaften Erinnerungen an die ungelösten Mordfälle seiner Karriere.

Fazit:

Anders als auf dem Cover hier, habe ich eine Version bekommen, die ein durch und durch schwarzes Cover hat. Kein Klappentext, einfach nur ein pech schwarzes Buch. Lediglich auf dem Buchrücken steht der Autor und der Titel in weißer Schrift. Ehrlich gesagt finde ich die Version so viel besser. Der Inhalt wird authentischer transportiert und das Gesamtkonzept wirkt sehr harmonisch.

Aus der Spiegelung der Eingangstür schaute ihr eine abblätternde Frau entgegen. Je länger sie hinsah, desto stärker wurde ihre Verwunderung darüber, dass sie noch da war, nach so vielen Tagen absoluter Abwesend in ihrer Welt;…

Die Geschichte ist kein klassicher Krimi, sondern mehr ein Roman. Dabei lässt Friedrich Ani den Protagonisten mehr Freiraum und zeigt detailliert die Gefühlswelt derer. Mir ist der Einstieg in die Story etwas schwer gefallen. Ich finde den Schreibstil etwas anstrengend und die Stimmung erdrückend. Doch nach dem ich mich eingelesen habe, konnte ich mich daran gewöhnen und mich der Geschichte hingeben.

Dabei ist es faszinierend zu sehen, wie emphatisch und beobachtungsvoll Friedrich Ani die Story erzählt. Man erhält tiefe Einblicke in die Abgründe der Figuren. Eine Leere, die treffend formuliert wurde. Es hat sich definitv gelohnt das Buch bis zum Ende zu lesen, denn da erwartet einen eine Überraschung. Eine Überraschung mit der ich so nicht gerechnet habe.

Für mich ist es keine Lektüre, die man mal eben so zwischendurch lesen kann. Man braucht viel Zeit und Ruhe damit man die verschiedenen Facetten der Geschichte entdecken kann.

Kommentar:

Friedrich Ani (geb. 1959) schreibt Romane, Gedichte, Jugendbücher, Hörspiele und Drehbücher. Er erhielt mehrfach den Deutschen Krimipreis, den Stuttgarter Krimipreis sowie den Adolf-Grimme-Preis und den Bayerischen Fernsehpreis. Sein Roman „Der namenlose Tag“ (Suhrkamp) wurde unter die zehn besten internationalen Kriminalromane des Jahres gewählt. Friedrich Ani ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und des Internationalen PEN-Clubs. Er lebt in München.

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