Rezension: Die vermisste Freundin

71inqDHXMwL.jpgVerlag: Größenwahn
Autor: Olaf Jahnke
Titel: Die vermisste Freundin
Genre: Krimi
Seiten: 300
Preis: 16,90 €

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Inhalt:

Roland Bernaus dritter Fall führt ihn von Hessen nach Madagaskar: Die Entwicklungshelferin Martina ist spurlos im afrikanischen Land verschwunden. Ihre Freundinnen beauftragen den Privatermittler sie zu finden. Während Bernau bei subtropischem Klima Land und Leute kennenlernt, führen seine Ermittlungen ins Leere. Bis plötzlich die Leiche eines anderen Entwicklungshelfers auftaucht.

In diesem rasanten und wendungsreichen Krimi stehen nicht nur die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse Madagaskars im Vordergrund, sondern auch die korrupten und verbrecherischen Machtstrukturen deutscher Entwicklungshilfe im Ausland. Olaf Jahnke brilliert erneut mit einer akribischen Recherche, die er auch im Rahmen seiner Arbeit für Fernseh- und Zeitungsreportagen tätigt. Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten basiert.


Fazit:

„Denke nicht, es gibt keine Haie, weil das Wasser ruhig ist.“ – Madagassisches Sprichwort

Auch wenn es bereits der dritte Fall für Roland Bernau ist, kann man diesen Krimi ruhig losgelöst aus der Reihe lesen. Klar, hier und da fehlen einem Informationen, doch die kann man sich auch selbst zusammen reimen. Für den Inhalt und den Verlauf der Geschichte entstehen keine gravierenden Lücken.

Bei dieser Story finde ich es schön, wie sie konstruiert ist. Allmählich und nicht zu überhastet startet man in das Buch und lernt die Charaktere kennen, sowie die Handlungsorte und die Situation. Dabei passt die Kombination aus Privatermittler Benau und seiner Freundin Julia, die Journalistin ist, perfekt zusammen. Auch neben dem Hintergrund, dass dieser Fall an die Realität angelehnt ist und die Korruption von Entwicklungshilfen aufdecken soll.

Aber auch die Charaktere finde ich sehr gelungen. Roland Bernau ist fast schon ein zu menschlicher Privatermittler, sodass er bei mir große Sympatiepunkte sammeln konnte. Schön finde ich auch, dass den Figuren nicht nur Attribute zugeschrieben werden, sondern sich deren Verhaltensweisen auch in den Dialogen wiederspiegelt. Ebenso wurde der Krimi bildhaft geschrieben, sodass man sich alles sehr gut vorstellen kann. Damit einher geht auch die sehr gewissenhafte Recherche zu diesem Fall. Man merkt, das sich Olaf mit dieser Thematik außerordentlich gut auskennt.

Durch den lockeren Schreibstil findet man sehr leichten Zugang zu der Geschichte, sodass man sich mit jeder gelesenen Seite tiefer in den Bann ziehen lässt. Gleichzeitig steigt auch mit jeder gelesenen Seite die Spannung an, die dann durch falsche Fährten und Überraschungen immer weiter erhöht wird. Rundum ein gelungener Krimi, der definitiv Lust auf mehr macht. Nicht zu abgedreht und nicht zu realitätsfern, sondern sehr angenehm und schön.

Wer sich also einmal gedanklich auf exotische Abenteuer in Madagaskar aufmachen möchte und die tatsächliche Realität aus Armut, Korruption und grenzenloser Gier aufdecken möchte, der sollte bei diesem Buch definitiv zugreifen. Von mir gibt es auf jeden Fall eine Empfehlung.


Kommentar:

91ZLELeZG9L._SY200_.jpgOlaf Jahnke arbeitet als Kameramann und Reporter für den Hessischen Rundfunk in Frankfurt.
Er ist 1963 in Uelzen geboren und lebt seit 1982 in Hessen.
Es ist sein erster Krimi, geschrieben hat er aber schon früh.
Zuerst für die Schülerzeitung, kurz danach für die Lokalzeitung,
später erschienen seine Artikel in überregionalen Blättern.
Nach sieben Jahren bei der Fernsehproduktion der FAZ wechselte er zum Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen.

Die Schwerpunkte seiner Arbeit spiegeln sich in seinem Buch wider:
Wirtschaft, Arbeit und Soziales.
Seine Erfahrungen in diesen Bereichen und viele Kontakte ermöglichten ihm,
einen sehr realitätsnahen Krimi zu schreiben.

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