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Rezension: Das Flüstern der Insel

Das Flüstern der Insel, Rezension: Das Flüstern der Insel

Das Flüstern der Insel, Rezension: Das Flüstern der InselVerlag: Insel
Autor: Daniel Sanchez Arevalo
Titel: Das Flüstern der Insel
Seiten: 572

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Inhalt:

Alice’ Ehemann ist tot. Ein Autounfall, doch ereignet sich der auf einer Landstraße, auf der Chris laut seines letzten Anrufs gar nichts zu suchen hatte. In die bodenlose Trauer mischen sich Zweifel: War ihr perfektes Leben vielleicht gar nicht so perfekt? Alice besorgt sich Videomitschnitte von der Strecke. Stück für Stück führen die sie nach Robin Island, eine winzige, beschauliche Insel vor der Küste von Cape Cod und Alice’ letzte Hoffnung auf eine Antwort …

Als Chris ums Leben kommt, zerbricht für die hochschwangere Alice und ihre sechsjährige Tochter das perfekte Leben. Doch fast schwerer als der Verlust wiegt, dass ihr Mann bei seinem letzten Anruf gelogen hat. Warum wurde sein Wagen an dieser Stelle gefunden? Wo zum Teufel wollte er hin? Diese Fragen lassen Alice keine Ruhe, und sie rekonstruiert die letzte Fahrt ihres Mannes, ihre Mittel dazu werden immer extremer. Und als sie die Suche schließlich nach Robin Island verschlägt – ein kleines idyllisches Inselparadies –, ist sie zu allem entschlossen. Sie wird diesem Ort das Geheimnis um Chris entlocken …


Fazit:

Aufsatz meiner Tochter Olivia im 4. Grundschuljahr:

Heute ist mein Vater gestorben. Also heute vor 3 Jahren, und der Tag ist jedes Jahr schlimmer für mich, weil als er gestorben ist, da bin ich noch sehr klein gewesen, da war ich erst sechs und habe nicht viel verstanden.

Mit diesem Aufsatz zu Beginn des Buches schafft der Autor eine traurige und bedrückte Grundstimmung, die sich auf den nächsten Seiten konsequent und authentisch weiter aufbaut. Daniel weiß genau, wie er die Sätze und Dialoge schreiben muss, um den Leser eine trauernde Emotion zu entlocken.

Alice wird am Anfang aus ihrer perfekten Welt geschmissen, sie fällt tief und trauert, doch schließlich findet sie einen Ausweg aus ihrer Trauer, indem sie sich auf den Weg nach der Wahrheit über den Tod von Chris macht. In dieser Geschichte erlebt man, wie sich die Tage nach dem Tod einer sehr vertrauten Person anfühlen und wie man mit Trauer fertig wird. Allerdings zeigt die Geschichte auch, welche abstruse Auswirkungen Trauer haben kann. So wird die Suche nach dem Geheimnis von Chris zu einer dunklen Sucht.

Die Methoden, die Alice anwendet, um herauszufinden, was Chris zu verbergen hatte, werden sehr detailorientiert beschrieben. In meinen Augen hätte man diese Szenen etwas kürzen können, um die Spannung etwas höher zu bringen. So wirken die Momente doch etwas langatmig und ausgeluscht. Aber auch insgesamt finde ich das Buch mit 572 Seiten etwas zu lang. Nach der Hälfte Geschichte weiß man schon auf was man sich eingelassen hat, man weiß welche Emotionen präsent sind und wie sich die Geschichte entwickeln wird.

Die Charaktere haben mir gut gefallen. Sie sind nicht nur oberflächlich beschrieben, sondern lassen einen tief in die Abgründe der menschlichen Seele blicken. Gerade Alice und Olivia sind für mich ein harmonischen Mutter – Tochtergespann, die sich blind verstehen.

Abschließend kann ich sagen, „Das Flüstern der Insel“ ist ein stimmiges Gesamtkonzept, das toll konstruiert ist und auch Verbindungen zwischen den fünf Leseabschnitten schafft. Für diejenigen, die einen melancholischen Sommerabend verbringen möchten, ist das genau die richtige Geschichte!


Kommentar:

Das Flüstern der Insel, Rezension: Das Flüstern der InselDaniel Sánchez Arévalo, geboren 1970 in Madrid, ist Drehbuchautor, Filmregisseur und Schriftsteller. Seine kinematografischen Werke sind vielfach ausgezeichnet (u. a. mit dem Goya-Preis für den besten Nachwuchsregisseur). Das Flüstern der Insel ist sein erstes Buch in deutscher Sprache.

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