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Rezension: Das Ding drehn

Roman, Rezension: Das Ding drehn

Hintergrund:

Auf der Suche nach einem Krimi, habe ich mich beim Transitverlag umgeschaut.

Schon die ersten Bücher sprangen aus den gewohnten Schubladen heraus: ein Buch über die damals verpönte S-Bahn, garniert mit schönen Fotos vom Verfall und unterlegt mit einem irritierenden Text von Uwe Johnson;

Als ich mich durch die unterschiedlichsten Bücher durchgeklickt habe, ist mir der Titel „Das Ding drehn“ in die Augen gesprungen.  Da mich der Titel mit seinem Optimismuss neugierig gemacht hat, habe ich mich dann intensiver mit dem Buch beschäftigt. „Ein aktueller und höchst politischer Krimi…“, da mich Politik interessiert, konnte mich das Buch mit diesem Satz auf dem Klappentext überzeugen.

Inhalt:

Roman, Rezension: Das Ding drehnIkea Toulouse. Jeden ersten Samstag im Monat sollte in jeder Stadt, in der ein früheres Mitglied der Zellen lebte, jemand zwischen 12 und 13 Uhr im Ikea-Restaurant warten und Zeitung lesen. Wer versprengt war, wer Unterstützung brauchte, der konnte dort Hilfe finden. Jetzt, wo einer von ihnen in Barcelona aufgeflogen war, blieb nur Toulouse. Mitglieder einer militanten Zelle- mehrere Frauen und Männer, einige versteckt im Ausland, andere in Deutschland lebend – müssen sich ein neues Ziel setzen. Sie brauchen Geld, um zu überleben. Nach der Auflösung ihrer Organisation wollen sie mit einem letzten Coup ihre Existenz sichern.

Dieser höchst politische und aktuelle Krimi spielt in Barcelona, Toulouse, Lissabonn, Köln und Paris. Es geht nicht nur um Geld. Es geht auch um Moral, um Prinzipien, um „Intelligente Kriminalität“ und unbeugsame Konsequenz – mit einem sehr überraschenden Finale: Scheitern und Happy End zugleich.

Fazit:

Ein Mann spähte verstohlen um die Hausecke der Carrer del Doctor Dou in Barcelona und hoffte, dass er sich getäuscht hatte.

Der Krimi lässt sich von Anfang an sehr flüssig lesen. Dabei wird eine solide ausgearbeitete Spannung erzeugt, die bis zum Schluss durchgezogen und bis auf die Spitze getrieben wird.

Ein scheinbar perfekt organisierter Coup einer linksradikalen Zelle, die es auf den Erben einer Modehäuserkette abgesehen hat. Doch wie es der Zufall will, geht bei der Umsetzung des Planes so einiges schief. Überraschende Wendungen und die Einschleußung eines BKA-Agenten in die Zelle halten einen dabei  immer auf Trapp.

Die Ereignisse werden sehr detailliert dargstellt, sodass man einen authentischen Krimi vorgelegt bekommt, der hält was er verspricht. Politisch unbequem und radikal. Mich hat die Geschichte viel zum Nachdenken angeregt.

Aber auch wenn die Geschichte sehr gut konstruiert ist, gibt es für mich Abzüge in der B-Note. Dies hat weniger mit dem Inhalt zutun, sondern mehr mit dem Gesamtkonzept des Buches. In meinen Augen wurden zuviele Wörter auf eine Seite gequetscht, sodass die Schrift doch etwas klein wirkt.

Doch trotzdem kann ich dieses Buch jedem Empfehlen, der sich gerne mit Politik beschäftigt und sich dazu noch einen cleveren Kriminalroman wünscht.

Kommentar:

Hans Schefczyk wurde 1953 in Köln geboren. Er lebt heute in Südwestfrankreich und arbeitet als Script Consultant und Drehbuchautor.

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