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Kreatives: Ich lache, ich weine, ich bin glücklich!

Kurzgeschichte, Kreatives: Ich lache, ich weine, ich bin glücklich!

Da saß ich nun also. Die Nacht so finster wie der Anblick meiner dämonendurchtriebenen Seele. Es war schon weit nach Mitternacht. Die Nacht so klar wie der schönste Sternenhimmel. Meine Beine taumelten schwerelos über die Brüstung einer 23 m hohen Kanalbrücke. Grinsend dachte ich über mein Leben nach. Wie viele haben die Dinge erlebt, die ich getan habe? Wie viele sehen die Welt mit meinen Augen? Bin ich alleine oder geht es noch mehreren so? Plagen nur mich die Gedanken von Selbstmord? Der Wind blies leise und bedacht durch mein luftiges T-Shirt und mir lief ein düsterer Schauer über den Rücken. Sagt man nicht, dass eine Person von dir träumt, wenn das passiert? Doch wer mag das sein, denn ich war alleine in einer Welt von Psychopathen. Ich öffnete ein letztes Mal mein IPhone, schrieb einen letzten Beitrag in ein Selbstmordforum. „Heute Nacht werde ich es endlich tun, ich werde mich von meinen Qualen befreien.“ Es hatte keine zwei Minuten gedauert und schon kam die erste Antwort „Ich fühle dein Schmerz, ich werde mir heute auch das Leben nehmen, es hat einfach keinen Sinn mehr. Ich kann dich verstehen, ich hoffe, du findest deinen Frieden!“. Zufrieden und bestätigt legte ich mein Handy mit Bedacht nehmen mir hin. Kurz überlegte ich nuschelnd vor mich hin. An was denkt man, bevor man stirbt? Soll das das Leben gewesen sein? Das Leben, von dem alle behaupten, es sei das beste was man haben kann? Wo ist mein Abspann? Wieso bekommt JD aus Scrubs ein vor Liebe triefenden Abspann als er die Klinik verlässt und ich keinen? Wo ist die Melodie aus dem Film ‚Die fabelhafte Welt der Amelie?‘ Ein letztes Mal schaute ich durch die Leere des tiefen Trauerns, blickte ein letztes Mal auf den schwarzen Samt des Wassers. Die Kette mit dem Betonklotz lag perfekte neben mir, perfekt um meinen Hals befestigt. Ich müsste jetzt nur noch kurz den Klotz nach vorne schubsen und dann wäre alles vorbei. Gibt es ein zurück, wenn man eine Entscheidung getroffen hat? Nein! Also schubste ich den Betonstein die Brüstung hinunter. Ein Sog zog mich nach unten, der sich so unaufhaltsam anfühlte. Doch trotzdem bereute ich keine Sekunde in meinem seelenruhigen Flug in den Abgrund. Ich klatschte mit voller Wucht mit meiner linken Gesichtshälfte auf die scheinbar undurchdringliche Wasseroberfläche. Mein linkes Ohr wurde taub und ein unaufhörliches Piepen machte sich in meinem Kopf breit. Doch als ich schrie verstummten meine Stimmbänder und Wasser füllten meine Lungen. Und da war sie … Eine bildhübsche Meerjungfrau nahm mich rettend in den Arm und trug mich fort. Sie umarmte mich so herzhaft und kräftigt, küsste meine Stirn, sie gab mir einen schmackhaften Kuss auf den Mund und flüsterte mit Bedacht „Jetzt bist du in Sicherheit, du hast ihn gefunden, deinen Platz in diesem Leben!“

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