Kreatives: Die Enthüllungsbloggerin 3

Hier geht es zum letzten Teil der Story: Die Enthüllungsbloggerin Teil 2

Der wohlduftende Morgenhimmel zieht sich bedacht, wie der Vorhang einer Oper, vor die nächtlichen Unantastbarkeiten. Die blutorange Sonne bahnt sich schleichend, aber unaufhaltsam ihren Weg durch die schillernde Dunkelheit. Die ersten Vögel beginnen ihr Pfeifkonzert, dass sich anhört wie ein eigenartiges Schauspiel von Eleganz und Hochmut. Während sich diese einmalig bietende Naturschönheit abspielt, trinkt John Williams seinen morgendlichen Kaffee auf der Dachterrasse seiner Wohnung im 16. Stock des Rheinsternhauses. Die Tür zu seinem Schlafzimmer hat er dabei aufgelassen, damit auch seine Freundin, Lea Albers, von der erfrischenden Luft geweckt wird. Auch wenn sie davon nicht wirklich aufwacht, sondern sich mehr wie ein Faultier in Zeitlupe räkelt, wird sie auf einmal von John’s nervigen und extrem lautem Handyklingelton malträtiert. „Maaaan Joooohn, mach dein verdammtes Handy aus. Es ist noch so früh am Morgen… Lass mich gefälligst schlafen…“. Ihre Stimme ist auf der einen Seite richtig nörgelig und auf der anderen Seite gleichzeitig auch so fordernd als hätte man ihre gerade die Schokolade weggenommen. Auf dem Weg zu seinem Smartphone entgegnet John ihr nur ganz trocken „Nur weil du Studentin bist, brauchst du dich nicht wie ein Tagedieb verhalten!“ Dabei greift er nach diesem Satz zu dem Hörer und will gerade abnehmen als Lea plötzlich ein Kissen nach ihm wirft und scherzhaft meckert „Ich gebe dir gleich Tagedieb und Schlaumeier…“ Mit einem kleinen, aber feinen Hüpferchen nach rechts, weicht John dem Kissen aus und drückt die grüne Hörertaste. „Ja hallo?“, sagt John erwartungsvoll und unwissend wer an der anderen Leitung ist. „Guten Morgen John Williams, hier ist Stefan Haschmich von der Werbeagentur Müller aus Hamburg. Wir sind für die Werbekampagne für die anstehende Schwimmweltmeisterschaft in Köln verantwortlich…“, bevor Stefan seinen eingeübten Text weiter herunterbeten kann, wird er von John unterbrochen. „Sie wissen aber schon wie spät es ist, oder? Guten Morgen Herr Haschmich, was kann ich denn für Sie tun?“. Aber Stefan ist professionell genug, um sich davon nicht aus dem Konzept bringen zu lassen. „Es stimmt also tatsächlich was man mir über Sie erzählt hat, Sie sind ein Frühaufsteher! Für unsere Werbekampagne „United by dream, driven by passion!“ würden wir Sie gerne als Werbeträger engagieren!“. Innerlich freut John sich über dieses Angebot wirklich sehr. Das kleine Kind in ihm tanzt und tobt, aber äußerlich gibt er sich total gelassen und cool. „Klar, warum nicht. Senden Sie mir bitte alle Details dazu per E-Mail. Ich muss leider gleich schon zum Schwimmtraining!“. Das es so einfach wird, hätte Stefan nicht erwartet. Eigentlich hat er sich auf eine Diskussion eingestellt und sich dementsprechend auch vorbereitet. Normalerweise scheuen sich viele Sportler vor der Öffentlichkeit. Es bedeutet viel Stress, unangenehme Interviews und kaum Privatleben, damit wollen und können viele nicht umgehen. „Ich freue mich darüber, dass Sie sich so schnell für die Zusammenarbeit entschieden haben. Ich werde selbstverständlich sofort alle wichtigen Informationen zusammenfassen und Ihnen zukommen lassen. Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg!“ Dann legt Stefan auf und macht einen Haken hinter seine to do Liste. John Williams stößt voller Inbrunst ein „Yeah“ aus, schmeißt sein Handy freudestrahlend auf das Bett und verzieht sich schnell ins Badezimmer. „Schatz, du hättest mich treffen und verletzen können… Wer war das denn und warum freust du dich so?“, doch John hört seine Freundin nicht. Er hat die Tür zum Badezimmer bereits schwungvoll zugeworfen. „Schaaahaatz…“, probiert Lea ihn erneut zu erreichen. Doch aus dem Badezimmer hört man nur die Toilettenspülung, das Hochziehen seiner Nase und ein anschließendes Räuspern. „John wirst du krank?“, ruft sie ihm weiter entgegen. Dann macht er wieder die Tür auf und schaut leicht wehleidig zu Lea. „Hast du was gesagt?“, sein Ton ist dabei etwas zittrig und zugleich selbstbewusst. „Ob du krank wirst? Habe ich dich gefragt!“, erwidert sie sichtlich genervt von seinem ignorantem Verhalten. „Ich hoffe nicht, denn ich habe gerade ein absolut tolles Angebot bekommen. Ich werde das Gesicht für die Schwimmweltmeisterschaft, kannst du dir das vorstellen?“ Auf einmal ist John total aufgekratzt, nervös und er verspürt einen enormen Bewegungsdrang. Um sich wieder etwas zu beruhigen, geht er wieder zurück durch das Schlafzimmer auf den Balkon und streckt die Arme in einer Siegerpose empor. „Das ist doch schön, Schatz, ich freue mich für dich. Hast du nicht Lust zurück ins Bett zu kommen? Dann können wir das ja etwas feiern.“, aber John überhört dieses überaus einladende Angebot. Er ist in eine Art Traumwelt abgedriftet und schaut mit großen Kinderaugen in die endlos wirkende Ferne. „Lea, ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, ja, als sei es erst gestern gewesen, ich stand hier oben auf unserem Balkon und meine Fans haben dort unten meinen Namen gerufen. ‚John Williams‘, ‚John Williams‘, ‚John Williams‘. Einige Groupies haben auch geschrien ‚John, ich will ein Kind von dir!‘…“ Während sich John in seinen Tagtraum verliert, ist Lea mittlerweile aus dem Bett gekrochen und zu ihm herüber gegangen. Sie schleicht sich mit langsamen und bedachten Schritten von hinten an ihn heran, streichelt ihm behutsam mit dem Zeigefinger über den Rücken und schmeißt sich dann mit festen Klauen von vorne an ihn. „Hör‘ auf zu Träumen, du Idiot!“

TO BE CONTINUED…

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