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Wissen: Das lyrische Ich

lyrische Ich, Wissen: Das lyrische Ich

Als lyrisches Ich wird der Sprecher in einem Gedicht bezeichnet. Er ist ebenso eine Vermittlungsinstanz zwischen Text und Leser wie etwa der Erzähler in einem Prosatext. Tritt der Sprecher in einem Gedicht in der Pluralform auf, spricht man vom lyrischen Wir.

Der Autor und sein Sprecher

Überlicherweise spricht der Autor in einem Gedicht nicht von sich selbst; meist versetzt er sich in die Situation einer anderen Figur, die mit ihm viel oder wenig, manchmal sogar gar nichts gemeinsam hat.
Kommt die Figur im Gedicht vor, spricht man von einem lyrischen Ich. Kommt die Figur nicht vor, spricht sie aber einen anderen an, st dieser das lyrische Du. Möglicherweise gibt es einen Sprecher, der überhaupt nicht in Erscheinung tritt; dann nennt man ihn den verdeckten Sprecher. Einen Sonderfall bildet das lyrische Ich, das mit dem Autor nicht identisch sein kann, z.B. weil er eine anderes Geschlecht hat, aus einer anderen Epoche stammt oder innerhalb des Gedichts wechselt. In diesem Fall nimmt das Ich eine Rolle ein – man spricht von einem Rollengedicht!

Das lyrische Ich

Das lyrische Ich ist an den Personal- oder Possessivpronomen in der 1. Person Singular (bzw. an der Pluralform, wenn es in der Mehrzahl auftritt) zu erkennen, aber auch an Ausrufen, Wünschen und Fragen. Die Ich-Form ermöglicht eine größere Unmittelbarkeit der Darstellung sowie einen tieferen Einblick in die Subjektivität des Erlebens. Das lyrische Ich kommt so häufig vor, dasss es zu einem Kennzeichen traditioneller und moderner Gedichte geworden ist.

Anrede eines lyrischen Du

Kommt in einem Gedicht kein Ich vor, kann man es trotzdem erchließen, wenn es eine andere Figur oder den Leser (also ein lyrisches Du) anspricht. Dieses Du, der Adressat des Gedichts, kann sein: der oder die Geliebte (in einem Liebesgedicht), ein Jubilar (bei einem Gelegenheitsgedicht) oder der Unerfahrene, dem etwas mitgeteilt wird (in einem lehrhaften Gedicht). Oft haben solche Gedichte informativen oder appellativen Charakter. Da es n so einem Fall oft kein lyrisches Ich gibt, spricht man auch von einem neutralen Sprecher.

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