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Rezension: Affenzahn

51fR3BrzKZL._SX314_BO1,204,203,200_.jpgVerlag: Eulenspiegel
Autor: Dirk Zöllner
Titel: Affenzahn
Seiten: 159

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Inhalt:

Dirk Zöllner kann Songs schreiben, singen und von der Bühne aus das Publikum begeistern, das weiß man. Dass er auch ein begnadeter Geschichtenerzähler ist, hat er in seiner Autobiografie bewiesen. Er selbst bezeichnet sich als »freischaffender Überlebenskünstler«. Seine unkonventionellen Ansichten über Kunst und Leben stellt er in den pointierten Kolumnen dieses Buches zur Diskussion. Er lässt die Glocken für »Silly« läuten, bekennt, wie alle Musik-Normalverbraucher fast immer die Best of seines eigenen Lebens zu hören, fragt, was Seelensänger Seal mit einem Eiszapfen will, und hält an unverrückbaren Wahrheiten fest, beispielsweise: »Richtige Bands sind Banden, von pubertierenden Jungs gegründet, die ganz viel Bock auf das Leben und die Mädchen haben.«


Fazit:

Ich setze die Segel
Ich stehe am Ruder
Ich bin der Kapitän
Ich habe kein Ziel
Hab nur den Weg –
Es muss endlich weitergehn!

Dirk Zöllner erzählt von seinem schrägen Leben und unangepassten Ansichten, die dann doch wieder angepasst erscheinen. Für mich ist sein Buch „Affenzahn“ ein schönes Werk für Kunstliebhaber. Von witzigen Anekdoten aus seinem Privatleben, über Lobeshymnen zu der Musikszene, bis hin zu linken politischen Ansichten ist hier alles vertreten. Streckenweise ließt sich sein Buch einfach, doch sein philosophieren über die Musikszene und der Politik nimmt meine Konzentration mehr in Anspruch.

Der Musiker lebt von Liebe und Schmerz, von den Geschichten, die ein wildes und freies Leben erzählt. Verflossene Beziehungen beflügeln das kreative Schaffen. So erzählt auch Dirk Zöllner von seinen Beziehungen und seinem Leiden in den einzelnen Kapiteln. Dirk Zöllner hat sein Dasein akzeptiert und erzählt authentisch aus seinem Leben. Auch wenn die eine oder andere Geschichte etwas schräg erscheint, kann sie doch nur so passiert sein, denn solche Geschichten schreibt das Leben.

Dabei sind die Geschichten sehr kurzweilig, sodass man schnell durch das Buch huschen kann. Jedoch merkt man schnell, dass der Musiker sich abseits des Mainstream wohlfühlt, auch das Buch dürfte sich daher einer Leserschaft erfreuen, die sich nicht dem breiten Massenpublikum anpasst.

Alle öffentlich-rechtlichen Einrichtungen berieseln die Umwelt mit der Gülle des kleinsten gemeinsamen Nenners.

Das schöne an Meinungen sind, dass man sich selber ebenfalls positionieren muss. In dem Buch „Affenzahn“ wird man zwangsläufig gezwungen mitzudenken und sich ebenfalls einer Meinung zu bilden. Mir persönlich gefallen solche Bücher

Abschließend kann ich sagen, dass ich das Buch weiterempfehlen kann, jedoch ist es kein must-read. Künstler und Kunstliebhaber sind hier richtig aufgehoben! So findet man zwischen den Texten auch immer wieder kleine Liedzeilen, die das Buch gut untermalen.


Kommentar:

dirk-zoellner.jpgDirk Zöllner, 1962 in Berlin geboren. Sänger, Songtexter, Komponist. 1984 gründete er die Band »Chicorée«, 1987 »Die Zöllner«, wirkte an zahlreichen Musikprojekten auch internationaler Bands mit, setzte Soloprojekte um und ist mit den »Zöllnern« bis heute unterwegs. 2012 brachte er seine Autobiografie »Die fernen Inseln des Glücks« heraus.

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