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Interviews: Buchautor Interview – Olivia Monti

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In diesem Monat durfte ich das „Der Pflegefall“ von Olivia Monti lesen. Ich freue mich sie euch jetzt in einem kurzem Interview etwas näher präsentieren zu dürfen. Ich habe ihr 10 unterschiedliche Fragen gestellt und habe mich über die Antworten sehr gefreut, aber ließt selber 😉

Olivia Monti –  Der Pflegefall

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1. Was unterscheidet Olivia Kleinknecht von Olivia Monti?

Unter „Olivia Monti“ habe ich zuerst Bücher für 11- bis 111-Jährige veröffentlicht, Luna Park und Luna Park 2, Jahrmarkt der Gier.  Jetzt kommen Kriminalromane und Thriller dazu. Das Unterscheidungsmerkmal ist leichte Lesbarkeit. Kinderleichte Lesbarkeit. Ich versuche möglichst einfach und klar zu schreiben, so dass ich ein größeres Publikum erreichen kann. Das letzte unter Olivia Kleinknecht veröffentlichte Buch ist ein Sachbuch, Das Gedächtnis von Gegenständen oder die Macht der Dinge, über 800 Seiten, 2000 Fußnoten.

2. Wie hast du die Liebe zu den Büchern entdeckt?

Ich habe schon immer viel gelesen. Vorzugsweise im Bett abends. Richtig gepackt hat es mich mit fünfzehn, als ich „Die Dämonen“ von Dostojewski las.  Ich fand dort eine mir unbekannte Komplexität und Abgründigkeit von Charakteren.  Der Mann hat mir die Augen für neue Perspektiven geöffnet.

3. Was hat dich bewegt Bücher zu schreiben?

Meine Erfahrungen und wie ich sie interpretiere. Du hast den Eindruck, Aspekte der Wirklichkeit zu sehen, die mitteilenswert sind.

4. Seit 20 Jahren bist du jetzt schon Autorin, wie hat sich der Buchmarkt deiner Meinung nach verändert? Werden Bücher aussterben?

Ich fürchte, gute Bücher, geniale Bücher, werden aussterben. Der Markt übt einen Druck aus, der in Richtung Standardbücher geht. Ein Krimi etwa, der nicht nach Standardregeln des gängigsten Creative Writing aufgebaut wird, hat es schwer, noch einen Verlag zu finden.  Ein Standardraster  wird angelegt, weil man der Ansicht ist, dass es sich besser verkauft. Der Buchmarkt hat mittlerweile dieselbe Philosophie wie der Fastfoodmarkt. Ein Burger muss immer gleich schmecken. Sonst wird er nicht mehr gekauft. Es gibt den Standard-Burger, von dem man nur manchmal unerheblich abweicht.

5. Was hat dich damals an Florenz gereizt, sodass du dich dafür entschieden hast dort zu promovieren?

Die Schönheit der Stadt. Und in dieser Schönheit ein hochkarätiges Institut, wie das Europäische Hochschulinstitut. Gleichzeitig ein geistiger und ein ästhetischer Rahmen. Ideale Lebensverhältnisse.

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6. In deinem aktuellen Buch beschäftigst du dich mit dem Thema „Pflege“, warum liegt dir das Thema am Herzen?

Ich selbst habe einen Pflegefall zuhause,  allerdings eine geliebte und liebe Person, also keine Person vom Schlage Herrn Brunts. Man gewinnt dann auch Einblicke in andere Fälle; Freunde, Bekannte, Verwandte, Pflegerinnen erzählen von schwierigsten Fällen.  Diese Welt ist es wert, dass man einen genaueren Blick hinein wirft. Ein Roman über einen schlimmen Pflegefall kann vielleicht ein wenig dazu beitragen, dass man vorbereitet ist …

7. Wie bereitest du dich auf deine Bücher vor? Hast du bestimmte Rituale oder Routinen?

Langsam beschäftige auch ich mich mit Creative Writing und mache einen Plan im Vorhinein. Gebe den Figuren zuerst detaillierte Lebensläufe, entwerfe eine Handlung (oder mehrere Handlungen) und eine  versteckte Handlung dahinter, die nur ich weiß, der Leser aber nicht usw. Hättest du mich vor ein paar Jahren gefragt, hätte ich gesagt, die wichtigste Vorbereitung sind die Lebenserfahrungen, Beobachtungen und Gedanken und deren kohärente Ordnung auf ein Thema hin.

8. Bist du mit deinem Buch „Der Pflegefall“ zufrieden? Wie sind die Resonanzen darauf?

Es gibt schon einige Rezensionen.  Ich hoffe, es werden noch mehr. Bei  einer Gratisaktion sind Tausende E-Books heruntergeladen worden. Als Selfpublisher muss man wahrscheinlich froh sein, wenn ein Buch überhaupt gelesen wird, und sei es gratis.

9. Planst du weitere Buchprojekte?

Ich sitze an einem Krimithriller mit Arbeitstitel: „Das Haus“. Er ist aufgebaut wie die klassische englische Detektivgeschichte … Die Protagonisten sind teils meine Nachbarn und werden mich wahrscheinlich umbringen, wenn sie das Buch lesen …

Das Haus ist ein Gebäude voller viel zu kleiner Mietwohnungen. Mit dem Mord am syrischen Medizinstudenten Enis nimmt das Unheil seinen Lauf. Eine um die andere Person im Haus wird tot aufgefunden oder verschwindet spurlos. Die Parapsychologie-Forscherin Nadja Knoll befürchtet, das Haus sei ein Unglückshaus, es brüte Unfrieden und tödliche Aggressionen aus, bringe die Einwohner gegeneinander auf bis zum tödlichen Kampf, das Haus selbst sei sozusagen schuld an den grausigen Geschehnissen. Die pensionierte Schneiderin, Frau Rauhaar, glaubt hingegen, es gäbe einen Mörder, und der wohne im Haus. Als auch die brasilianische Prostituierte Ramona mit Pralinen vergiftet in ihrer Wohnung aufgefunden wird, nachdem tierische Schreie aus ihrer Wohnung drangen, glauben viele an einen ausländerfeindlichen Täter. Das Profil dafür hätte etwa der von seinem Vermögen lebende Dandy Jean Colomb, der von vielen im Haus „Muttersöhnchen“ geschimpft wird oder die Journalistin Marina Dunst, die sich voller Hass über ihre Mitbewohner mit Migrationshintergrund äußert und besonders gerne Schwächere plagt. Als auch Jean spurlos verschwindet, zudem die Polizei im Dunkeln tappt, bangen die restlichen Bewohner nur noch um ihr Leben.

10. Hast du Tipps für angehende Autoren?

Nur einen einzigen. Versucht nicht, mit dem Schreiben Geld zu verdienen.

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