Allgemein

Rezension: Smartphone ist ein Menschenrecht

51Tyd2TSfuLVerlag: Eulenspiegelverlag
Autor: Sönke Zankel
Titel: Smartphone ist ein Menschenrecht – Wahnsinn Schule
Seiten: 158

Hier bestellen


Inhalt:

Seinen ersten Schultag hat sich Referendar Michael Ritter anders vorgestellt. Im Lehrerzimmer muss er am Katzentisch Platz nehmen, einen Schwall von Belehrungen über sich ergehen lassen und begreifen, dass sich die Schar der Altlehrer aus eigenwilligen Typen zusammensetzt, die keinesfalls an einem Strang ziehen. Dann macht er auch noch die Erfahrung, dass sein ganzes schönes Uni-Wissen über pädagogische Methoden in der Praxis nichts taugt und jeder Schüler mindestens »hochbegabt« ist. Und wie man mit Helicoptereltern fertig wird, hat ihm auch keiner verraten. Er gerät zwischen alle Fronten, und doch denkt er nicht ans Aufgeben.


Fazit:

Er wollte gerade seine rechte Hand aus der Tasche nehmen, um sie in Richtung Türgriff auszustrecken. Aber so weit kam sie nicht. Die Tür öffnete sich von der anderen Seite und eine nicht bezifferbare Menge an kleinen Menschen stürmte hinaus.

Ach herrlich, wer erinnert sich denn nicht gerne an seine Schulzeit zurück? Jeder, der sich auf die Reise durch diese Geschichte macht, wird zwangsläufig auf einen Charakter treffen, den er mit einem alten Lehrer aus seiner Schulzeit identifizieren kann. Sönke Zankel hat eine tolle Beobachtungsgabe und beschreibt die Situationen treffend und mit einer Lockerheit, die mich durch das Buch schweben lies.

Dabei finde ich den Protagonisten Michael Ritter gut gelungen. Ich kann mich mit seinen Gedanken identifizieren und musste daher zwangsläufig etwas lachen. Zwischen Planung und der Realität liegen eben Welten, dass musste ich auch bitter feststellen. Der Referendar Ritter musste dies zwangsläufig in seiner ersten Unterrichtsstunde lernen. Er stützt sein Vorgehen auf einen Wissenschaftler, aber schließlich verliert er die Kontrolle über die Klasse und die Situation eskaliert.

Auch wenn die Lehrer im Zentrum dieser Satire stehen, kriegen die Helikoptereltern genau so ihr fett weg. Selbstverständlich sind ihre Kinder hochbegabt, ich bin auch hochbegabt, klar 😉 Wobei ich den Gag mit dem Namen Jannik Elikopter und Frau Elikopter wirklich, wirklich sehr flach finde.

„Smartphone ist ein Menschenrecht“ ist wirklich eine sehr unterhaltsame Geschichte, die für einen kurzen Augenblick dafür sorgt, dass man die Realität und seine Probleme vergisst. Gerade auf Reisen oder für knappe Lesestunden kann man dieses Buch zur Hand ziehen. Auch wenn die Gesamtaufmachung der Story etwas irreführend und an sich unpassend ist, denn es geht in der Geschichte gar nicht um Smartphones, rettet der Abschnitt „Wahnsinn Schule“ den Inhalt.


Kommentar:

zankel-soenke-1323.jpgSönke Zankel, geboren 1973 in Itzehoe, Studium der Fächer Geschichte, Wirtschaft/Politik, Deutsch, Philosophie und Evangelische Religion in Kiel, Promotion in München, arbeitet als Lehrer an einem Gymnasium in Schleswig-Holstein und an der Universität Kiel im Bereich der Lehrerbildung. Zankel lebt in Hamburg.

2 Gedanken zu „Rezension: Smartphone ist ein Menschenrecht

Kommentar verfassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.