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Rezension: Der Klang der ungespielten Töne

Der Klang der ungespielten Toene von Konstantin Wecker

Verlag: Random House Bertelsmann
Autor: Konstantin Wecker
Titel: Der Klang der ungespielten Töne
Seiten: 155

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Inhalt:

Auf seiner Suche nach der Wahrheit der Musik droht der junge talentierte Musiker Anselm Cavaradossi sich selbst zu verlieren. Weder Blues noch Rock ’n‘ Roll noch die Begegnung mit dem geheimnisvollen Lehrer Karpoff vermögen seine Sehnsucht zu stillen. Enttäuscht gerät er in die Fänge des Musikbusiness: Partys, falsche Freunde und die Ehe mit einer Frau, die er nicht liebt. Erst die Cellistin Beatrice öffnet ihm die Augen …
Mit der Sinnlichkeit, die auch seine Lieder unvergessen macht, erzählt Konstantin Wecker von Träumen, zerstörten Illusionen und von der Kraft der Kunst, das Leben zu verwandeln.


Fazit:

Ich habe mich verloren und doch alles gewonnen. Nun, da ich mich all dessen entledigen konnte, womit und wofür ich mein Leben lang gelärmt habe, hier, mitten im Trubel der Stadt, begegne ich der Stille.

Zu beginn des Buches ist es mir etwas schwer gefallen in die Geschichte einzutauchen. Es wird viel  über die unterschiedlichsten Musiker, die mir leider nichts sagen gefachsimpelt . Doch nachdem ich den Anfang überwunden hatte, konnte ich mich der Welt des Musikbusiness hingeben. Da Konstantin Wecker selber Musiker ist, kann er natürlich aus erster Hand erzählen! Dabei wirken seine Worte und seine Emotionen besonders kräftig, präzise und mitreißend.

Ebenso beschreibt die Geschichte den schwierigen Weg der Selbstfindung. Zu beginn ist sich Anslem seiner Sache absolut sicher, dann kommt leider doch die Erkenntnis, dass er sich verlaufen hat und schließlich sorgt die Cellstin Beatrice dafür, dass er wieder auf den richtigen Weg kommt. Genau so wie man sich das Musikbusiness vorstellt, beschreibt es Konstantin Wecker auch. Allerdings ungeschönigt und mit gnadenloser Ehrlichkeit.

Während Anslem ein überaus gelungener und sehr authentischer Charakter ist, der eine unglaubliche Entwicklung bis zum Ende der Geschichte durchmacht (Was vielleicht auch daran liegt, dass diese Geschichte autobiografische Züge aufweist), sind die anderen Figuren doch eher etwas Klischeehaft ausgefallen.

Jedoch würde ich dieses Buch keinem Leseanfänger empfehlen. Es fordert viel Konzentration und der Schreibstil ist ab und an etwas schwierig zu verfolgen. Hier dürften sich die geübten Leser, die sich auch freiwillig Goethe und Schiller antun, weitaus wohler fühlen.


Kommentar:

konstantin-wecker-hetze.jpgKonstantin Wecker, geboren 1947, Poet, Sänger und Komponist, engagiert sich seit Jahrzehnten für Zivilcourage, Pazifismus und Antifaschismus. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Erich-Fromm-Preis (2007), dem Ehrenpreis des Bayerischen Kabarettpreises (2013), dem Erich-Mühsam-Preis (2016), dem Deutschen Kleinkunstpreis – Ehrenpreis des Landes Rheinland-Pfalz (2017) und dem Bayerischen Staatspreis für Musik – Sonderpreis (2017). Wenn er nicht gerade on tour ist, lebt er in München.

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