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Rezension: Der gute Banker

Hintergrund:

Wer sucht, der findet. Meist aber eher zufällig. Genau so ging es mir bei dem Buch „Der gute Banker„. Ich wollte dieses mal wieder etwas Entspanntes, aber auch gleichzeitig etwas, dass mich interessiert und mich amüsiert. Da ich mich sehr für die Wirtschaft interessiere, wusste ich sofort, als ich den Titel beim Kunstmannverlag gelesen habe, das ich es unbedingt durchsuchten möchte.

Aber bei diesem Buch passt für mich nicht nur das Thema, sondern auch die ersten Sätze der Rückseite:

Ein mitreisender Roman. Eine hochkomische Betrachtung der Betrügereien, die im Namen der Kunst, der Liebe und des Kommerz geschehen.

Als ob man da nicht Lust auf mehr bekommt 😉

Inhalt:

9783956141201Hat Claude Martingale gehofft, er könne seinem Leben als Banker durch seinen Umzug von Paris nach Dublin die ersehnte Wende geben? Sein neuer Job in der aufstrebenden Bank von Torabundo raubt ihm jedenfalls schnell jegliche Illusion. Auch hier verbringt er, wie alle seine Kollegen, seine Tage und Nächte einzig im Dienste des Geldes. In diese lähmende Eintönigkeit platzt der Schriftsteller Paul, der, auf der Suche nach neuem Stoff, Claude zu seinem modernen Jedermann erkoren hat, zum Helden seines künftigen literarischen Meisterwerks. Unter Pauls höchst erfindungsreichem Einfluss wird Claudes Leben tatsächlich aufregender, besonders als die schöne griechische Kellnerin Ariadne ins Geschehen tritt.
Doch Paul treibt ein doppeltes Spiel, und auch die Bank von Torabundo erweist sich als weniger ehrenwert als erhofft: zwielichtige Übernahmen, dubioser Derivatehandel und eine neue Unternehmensstrategie, die sich »kontraintuitives Handeln« nennt – kann das alles gut gehen?

Fazit:

„CLAUDE?“
„Ja?“
„Was machst du unter deinem Schreibtisch?“

Mich persönlich hat dieser Einstieg fast so sehr vom Hocker gehauen, wie Claude, der gleich zu Beginn des Buches erst einmal unter seinem Schreibtisch liegt und seinen angeblichen Tacker sucht (, der eigentlich sehr auffällig auf seinem Schreibtisch liegt).

Einerseits witzig, anderseits wirft dieser Einstieg bereits abstruse Fragen auf, sodass man gar nicht anders kann als weiterzulesen. Im weiteren Verlauf der Geschichte bekommen die Banken und Investmentbanker, sowie die komplette Finanzwelt ihr Fett weg. So real und ausführlich wie es von dem Autor verfasst wurde (Paul Murray, versteht wirklich wovon er spricht!), hoffe ich aber inständig, dass es nicht so in unserer Welt abläuft. In der Story werden Mitarbeiter teilweise ziemlich pervers und obszön dargestellt und mit Geld wird chaotisch und irrational umgegangen. Das führt insgesamt trotzdem zu einem sehr unterhaltsamen Roman.

Doch leider gibt es für mich kleine Abzüge in der B-Note. Teilweise wird der Lesefluss durch Fachwörter unterbrochen, sodass man zuerst diese Begriffe nachschlagen muss (kann). Aber auch durch die Übersetzung der Story aus dem Englischen ins Deutsche gehen die Eine oder Andere Pointe leider verloren. Ich bin selber noch am Überlegen, ob ich mir das Buch auch in Englisch kaufe, um es erneut zu lesen.

Am Ende lässt sich sagen, dass ich dieses Buch mit gutem Gewissen weiter empfehlen kann. Humorvoll und kritisch zu gleich, sodass man seinen Sonntag perfekt mit diesem Buch verbringen kann!

Kommentar:

Paul Murray, geboren 1975, studierte Englische Literatur und Creative Writing an der University of East Anglia. Danach arbeitete er als Buchhändler. Nach An Evening of Long Goodbyes (2005) und dem Bestseller Skippy stirbt (2011) ist dies sein dritter Roman. Er lebt in Dublin und gilt als eine der bedeutendsten Stimmen der irischen Literatur.

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